Speyer

Feuerbachhaus Lena Csercsevics zeigt Fotos

Details lösen bei ihr den Kick aus

Archivartikel

Speyer.Es sind winzige Ausschnitte der Welt, spontan aus persönlichem Blickwinkel erfasst, die Lena Csercsevics in einer Fotoausstellung gebündelt hat, die am heutigen Donnerstag um 19 Uhr im Feuerbachhaus eröffnet wird. Nach Begrüßung der Gäste durch Bürgermeisterin Monika Kabs führt Christoph Anschütz in die Ausstellung ein. Die musikalische Gestaltung übernimmt die „One Night Band“. Sie wird einen Cover-Mix aus Folk, Country und Rock servieren.

„Life in Pieces“ hat die als Flugbegleiterin bei der Lufthansa beschäftigte Csercsevics die Zusammenstellung ihrer Momentaufnahmen betitelt. Ihre latent vorhandene Leidenschaft für aus dem Leben gegriffene Menschen und Geschichten hat ein von 2011 bis 2016 an der Universität Mainz absolviertes Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft nachhaltig vertieft. Wobei sie von sich selbst sagt, dass sie diese Leidenschaft mit der Fotografie auch deshalb auslebt, um über das Medium Foto in einen Dialog mit dem Betrachter eintreten zu können.

Unterschiedliche Kulturen

2007 und 2008 mit Schulpreisen im Fach Bildende Kunst ausgezeichnet, nutzt die 26-Jährige ihre berufliche Tätigkeit, um an den jeweiligen Zielorten Menschen, Landschaften, Städte und Objekte unterschiedlicher Nationen und Kulturen fotografisch einzufangen. In Farbe oder Schwarz-Weiß werden flüchtige Augenblicke festgehalten. Wobei es oftmals kleine Details sind, die den fotografischen Kick in Csercsevics auslösen.

In der Werkschau im Feuerbachhaus steht der Mensch überwiegend als Einzelperson im Zentrum. Typische Beispiele sind die in traditioneller Kleidung arbeitende Straßenweberin in Mexico-City, der sich nach einem Konzert in Avignon mit seinem Kontrabass auf dem Heimweg befindende Straßenmusiker oder der in Marokko am Rand einer Baustelle sitzende, fast philosophisch-nachdenklich blickende Einheimische.

In einem zweiten Werkblock hielt die Fotografin Landschaften, Gebäude und Objekte fest. In den südindischen Backwaters hat Csercsevics reparaturbedürftige Fischerboote eingefangen, im indischen Jaipur einen Affentempel abgelichtet, auf einem Friedhof in Buenos Aires den verfallenen Teil eines Mausoleums fotografiert und in Rio de Janeiro beim Anblick der 30 Meter hohen, nebelverhangenen Christusstatue den Auslöser betätigt. Um die Spontaneität der Schnappschüsse zu unterstreichen, zitiert die Fotografin gerne den amerikanischen Schriftsteller Sam Savage: „Das Klicken der Kamera schneidet das Gezeigte von der Zeit ab wie eine Guillotine.“

Insgesamt umfasst die Werkschau etwa 40 Arbeiten in den Formaten 40 mal 40 und 30 mal 45 Zentimetern. Alle Fotos sind auf Leichtschaumplatten aufgezogen.

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