Speyer

Weinprobe Durch Bassermann-Jordan-Jubiläum gehen 1000 Euro an Historisches Museum

Edle Tropfen unterstützen alte Grafiken

Speyer.Zum 300-jährigen Bestehen des Weingutes „Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan“ veranstaltete das Historische Museum der Pfalz am vergangenen Freitag in Kooperation mit den Deidesheimer Weingütern „Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan“ und „Reichsrat von Buhl“ eine Benefizweinprobe. Beide Weingüter hatten die Gewächse kostenlos zur Verfügung gestellt. Den Erlös in Höhe von 1000 Euro stifteten sie dem Historischen Museum der Pfalz. Bestimmt ist das Geld für die Restaurierung historischer Grafiken aus der Sammlung des Weinmuseums.

Nach der ersten urkundlichen Erwähnung wurde das Weingut Jordan 1718 von dem aus Savoyen in die Pfalz eingewanderten Pierre Jordan gegründet. Aus einer späteren Erbteilung gingen die Deidesheimer Weingüter Bassermann Jordan, Reichsrat von Buhl und Weingut Dr. Deinhard (heute Weingut von Winning) hervor, die inzwischen alle zur Unternehmensgruppe Niederberger gehören. Bevor im Forum des Museums die ersten Flaschen der zwölfteiligen Degustation „entkorkt“ wurden, stimmten sich die Teilnehmer bei einer Führung durch das Weinmuseum auf kommende Genüsse der Geschmackspapillen ein. Bei der rund 40-minütigen Führung ging Sammlungsleiter Dr. Ludger Tekampe unter anderem auf besondere Schenkungen der Familie Bassermann-Jordan ein. Als herausragendes Exponat wurde ein 5000-Liter fassendes Prunkfass aus dem Jahre 1766 vorgestellt, das Weingutsbesitzer und Weinbau-Historiker Dr. Friedrich von Bassermann-Jordan (1872 bis 1959) dem Museum zum 100-jährigen Bestehen des 1827 in Leben gerufenen Historischen Vereins der Pfalz stiftete. Bassermann-Jordan war auch Mitgründer des Weinmuseums in Speyer, das 1910 als weltweit erste öffentlich zugängliche Spezialsammlung seiner Art eröffnet wurde. Beeindruckt von Weinpressen, historischen Fässern, alten Abfüllanlagen, den gewaltigen Ausmaßen eines riesigen Baumkelters von 1727 und dem ältesten bekannten Römerwein der Welt galt die Aufmerksamkeit der Bacchus-Freunde anschließend den Ausführungen der Weinexperten Gunther Hauck (Bassermann-Jordan) und Mathieu Kauffmann (Reichsrat von Buhl). Das mit Informationen und Anekdoten gespickte Probe-Trink-Vergnügen bot Gelegenheit, sich von Aromen verwöhnen zu lassen und eigenes Wissen um das „göttliche Getränk“ zu vertiefen. Dass die Degustation sich auf Riesling beschränkte, war kein Zufall.

Hauck und Kauffmann merkten an, dass Deutschland weltweit über die größte Riesling-Anbaufläche verfüge und die Pfalz wiederum in Deutschland an erster Stelle stehe. Informiert wurde ferner über Ernteerträge, Qualitätskriterien, Einfluss der Bodenbeschaffenheit und die Lagerfähigkeit. Nach einem Begrüßungssekt wurden pro Weingut sechs Weine verschiedener Jahrgänge zum direkten Vergleich gegenübergestellt. Höhepunkt und Abschluss bildeten zwei Riesling-Auslesen der Jahrgänge 2010 und 2015 aus der Großen Lage „Forster Jesuitengarten“ am Fuße des Haardt Gebirges. Der Name geht auf Jesuiten-klöster zurück, in deren Besitz sich die Weinberge einst befanden. mey

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