Speyer

Ratssaal Buch von Dr. Hans Ammerich geht zurück bis zu den römischen Anfängen der Stadt

„Ein Schatzsucher unserer Geschichte“

Speyer.Seit 40 Jahren ist Dr. Hans Ammerich, geboren in Zweibrücken, tief mit Speyer verwurzelt. 2008 gab der Historiker und Archivar zum ersten Mal eine kleine Stadtgeschichte heraus. Die ist mittlerweile vergriffen. Eine an die Entwicklung der Stadt angepasste Zweitauflage wurde am Montagabend im Historischen Ratssaal vorgestellt.

Weiterentwickelt habe sich die Stadt und entsprechend seien die Nachforschungen der Geschichte fortgeschritten. Das tut Ammerich dem Leser in seinem Vorwort kund und er bekräftigte es bei der Präsentation der Neuauflage, die angesichts sich ändernder Zeiten für ihn gerechtfertigt ist. Das sehen bekennende Speyer-Freunde ganz offensichtlich ebenso, denn der Ratssaal war zu diesem Anlass bestens gefüllt. Um die 100 Interessenten hatten sich eingefunden.

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) formulierte Ammerichs Leidenschaft für das Vergangene so: „Er ist ein Schatzsucher in unserer Geschichte.“ Der Lehrbeauftragte an der Universität Koblenz-Landau selbst begründete diese Affinität auch damit, dass Speyer zu seiner zweiten Heimat geworden ist. Friedrich Pustet, Vertreter des gleichnamigen Verlags aus Regensburg, nutzt die saloppe Sprachform: „Hans Ammerich hat etwas drauf.“

Die Zeit der großen Kriege

Informativ und kurzweilig sei die Geschichte der Stadt Speyer auf rund 160 Seiten geschildert. „Dem Autor gilt Dank für die emsige Kleinarbeit“, betonte Pustet. Ausgehend von den römischen Anfängen und dem Stand als Bischofsstadt führt der Autor die Leser auf den Weg zur Reichsstadt in die Zeit der Glaubenskämpfe und die der großen Kriege und Zerstörungen hinein, lässt miterleben, wie Speyer zur bayerischen Kreishauptstadt wurde, wie die sich unter dem Hakenkreuz entwickelte und was der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart hinein mit sich brachte.

In einem Anhang machte sich Ammerich die Arbeit, Namen von Oberbürgermeistern, Kirchenpräsidenten oder Ehrenbürgern zusammen zu tragen sowie eine Zeittafel von der Vorgeschichte um 4000 vor Christus bis zum Jahr 2018 mit dem Jubiläum 200 Jahre Kirchenunion zu erstellen.

„Speyer hat so viel Geschichte, dass es immer noch etwas zu entdecken gibt“, warf Seiler ein, die das Buch „wunderschön in der Aufmachung von Text und Bild“ bezeichnete. Ammerich – bis 2014 Leiter des Bistumsarchivs Speyer – zeigte sich erkenntlich für die Unterstützung durch das Team des Stadtarchivs, in dem er die Grundlagen für das Buch fand.

In einem kurzen Abriss fasste er dessen Inhalt vor den Zuhörern selbst noch einmal zusammen. Ein wichtiger Hinweis Pustets richtete sich auf die optische Gestaltung der „kleinen Stadtgeschichte“: „Auf eine ausreichende Bebilderung wurde nicht verzichtet.“ Das Lesewerk über Speyer reiht sich ein in 45 Stadtgeschichten, die der Verlag bereits veröffentlicht hat. Von Amberg bis Zürich reicht die Edition. mus

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