Speyer

Testzentrum Besorgniserregende Zahlen nach den Weihnachtstagen / Sicherheit bietet nur PCR-Test

Ein Viertel der in Speyer Getesteten haben tatsächlich Corona

Archivartikel

Speyer.Die Mitarbeiter des Corona-Testzentrums des Speyerer Vincentius-Krankenhauses und des Mobilen Testteams des DRK-Kreisverbandes waren auch über die Feiertage im vollen Einsatz. Befürchtun-gen, dass durch Treffen mit der Familie und engsten Freunden die Infektionszahlen wieder ansteigen, haben sich dabei durchaus bewahrheitet, heißt es in einer Presseerklärung der Klinik. Eine zeitnahe Erfassung der aus den erhöhten positiven Testwerten resultierenden Kontaktpersonen der Kategorie I war daher umso wichtiger – so das Resümee.

Das Corona-Testzentrum in der Halle 101 war in den beiden letzten Wochen des vergangenen Jahres an sechs Tagen geöffnet. In dieser Zeit wurden laut Aussage des Ärztlichen Leiters Dr. Klaus-Peter Wresch insgesamt 437 Personen getestet. Das Ergebnis nennt er „in hohem Maße besorgniserregend“: 114 Getestete waren positiv – dies entspricht einer Positivrate von 26,1 Prozent, also jeder Vierte.

Wresch, der seit Beginn der Pandemie die positiv Getesteten nicht nur telefonisch über ihr Ergebnis informiert, sondern auch berät, berichtet von weiteren 163 Personen, die er als Kontaktpersonen der Kategorie I erfasst hat und dadurch nun deren Quarantäne und PCR-Testung veranlassen konnte. Nur durch diese zeitnahe Verfolgung und Unterbrechung der Infektionsketten kann das Pandemiegeschehen in Speyer und der Region insgesamt unter Kontrolle gebracht werden, sagt Dr. Wresch.

Er sagt: „Bei fast zwei Drittel dieser Fälle waren Kontakte in Familie und Freundeskreis ursächlich für die Ansteckung. Dabei waren die ersten epidemiologischen Folgen von Weihnachtstreffen in den Positivraten vom 28., 29. und 30. Dezember deutlich zu erkennen. An diesen drei Tagen stieg die Positivrate von 25,0 über 37,2 auf 40,3 Prozent an.“

Höhere Werte in der zweiten Welle

Insgesamt wurden im Testzentrum in der „zweiten Corona-Welle“ 2020 an 36 Tagen 2617 Personen auf Corona getestet. 502 Testergebnisse (18,8 Prozent) waren positiv. Zum Vergleich: In der ersten Welle der Pandemie hatte der DRK Kreisverband mit ehrenamtlichen Helfern innerhalb 23 Wochen 2083 Abstriche durchgeführt. Davon waren lediglich 146 Getestete positiv (7 Prozent).

Roger Munding, Präsident des DRK-Kreisverbandes Speyer, berichtet vom Einsatz des mobilen Testteams bei Ausbrüchen in Seniorenheimen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen: „Wir haben innerhalb von acht Wochen insgesamt 1909 Personen auf Sars-Cov-2 getestet. 447 Testergebnisse waren positiv – das sind 23,4 Prozent. Das mobile Testteam, das durch die Stadt beauftragt wurde, führte allein in Speyerer Einrichtungen 25 Reihentestungen mit 1454 Personen durch. Zehn weitere Reihentestungen wurden in Einrichtungen des Rhein-Pfalz-Kreises gemacht.

Seit Neujahr zeichne sich ein neuer, besorgniserregender Trend ab, heißt es aus der Domstadt. Die Anmeldezahlen im Testzentrum sind rückläufig. Ein Grund könnte ein zunehmender und ungezielter Einsatz von Antigen-Schnelltests sein. Wresch rät deshalb symptomatischen Personen und Personen der Kategorie I, die keine Symptome aufweisen, dringend von Schnelltests ab. Ein qualitativ aussagekräftiges Ergebnis und damit Sicherheit für den Betroffenen und sein persönliches Umfeld schaffe nur ein PCR-Test durch den Hausarzt oder eben im Corona-Testzentrum. zg/ab

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