Speyer

Einsatzübung am Speyerer Dom: Rettung aus schwindelerregender Höhe

Archivartikel

Speyer.Ein Notfall auf der Aussichtsplattform des Speyerer Doms – ein Mann ist zusammengebrochen und braucht schnell Hilfe. Dieses Szenario haben 34 Helfer von Feuerwehr und THW am Donnerstagabend trainiert. „Übung ist sehr wichtig, denn wenn man jemanden aus 60 Metern Höhe retten will muss jeder Handgriff sitzen“, sagt Einsatzleiter Rainer Höhl. Vor allem weil die Drehleiter nur bis auf etwa 20 Meter Höhe reicht und es viel zu lange dauern würde, einen Verletzten die mehr als 300 Wendeltreppenstufen nach unten zu tragen. Deshalb bauen die Feuerwehrleute einen Kran auf, öffnen auf jedem Stock eine Fallklappe und lassen den Patienten im Inneren des Südwestturms mit einer Rettungsschale vorsichtig nach unten. Vor dem Turmfenster wartet bereits die ausgefahrene Drehleiter, so dass der Verunglückte nur noch nach draußen geschoben und mitsamt der Trage auf ein Stahlgestell gehoben werden muss. In Begleitung eines Feuerwehrmannes geht es dann nach unten.

„Es ist ganz wichtig, dass man bei solchen kniffligen Einsätzen die Zusammenarbeit regelmäßig übt“, sagt der Speyerer THW-Leiter Jan Görich. Dass ein solches Szenario durchaus realistisch ist, zeigt laut Feuerwehrsprecher Marc Vidmayer ein Fall aus dem Jahr 2012: „Damals hat eine Frau auf der Zwerggalerie einen Schlaganfall erlitten und musste mit der Drehleiter gerettet werden.“ Dombaumeisterin Hedwig Drabik beruhigen die regelmäßigen Einsätze. „So können wir uns hier darauf verlassen, dass im Ernstfall routiniert und engagiert gearbeitet wird und wir starke Partner an unserer Seite haben, wenn es um die Rettung von Menschen und den Schutz des Gebäudes geht“, erinnert sie an die brennende Pariser Kathedrale von Notre Dame.

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