Speyer

Standsicherheit 130 Jahre alte Fußgängerbrücke „Schipka-Pass“ am Güterbahnhof wird abgebaut und repariert / 30 Wochen Dauer und zwei Millionen Euro Kosten

Eiserner Steg über die Gleise wird saniert

Speyer.Die wohl jedem Speyerer als Viadukt oder „Schipka-Pass“ bekannte, bereits 130 Jahre alte Fußgängerbrücke am Güterbahnhofwird aufgrund starker Schäden saniert. Dazu wird sie demontiert, abtransportiert, instand gesetzt und anschließend wiederaufgebaut, teilt die städtische Pressestelle mit. Veranschlagt sind dafür Kosten von knapp zwei Millionen Euro

Die Brücke überspannt seit 1890 die Gleise der Bahn. Zu Beginn hatte sie die Aufgabe, die kleine Siedlung Burgfeld mit der Innenstadt zu verbinden. Insbesondere durch das starke Wachstum der Stadt nach dem ZweitenWeltkrieg wurde diese Wegeverbindung immer wichtiger und ist heute kaum wegzudenken, obwohl es seit 1939 die Brücke in der Oberen Langgasse und seit 1981 die „Schneckennudelbrücke“ direkt am Hauptbahnhof gibt.

Instandsetzung 2003 ineffektiv

Im Jahr 2003 wurde das „Viadukt“ anlässlich der Elektrifizierung der Gleise eins und zwei zur Einführung der S-Bahn erhöht und schon einmal instand gesetzt. Rückblickend war dies aber nur mäßig erfolgreich, sodass sich der Gesamtzustand seit damals eher verschlechtert hat.

2018 wurde die Brücke schließlich durch die Landesdenkmalpflege begutachtet. Diese stellte fest, „dass die in ihrer Art seltene, um 1890 als feingliedrige Stahlkonstruktion errichtete Brücke ein Kulturdenkmal von hohem ingenieurbaugeschichtlichem und städtebaulichem Stellenwert darstellt“.

Lange Liste von Mängeln

Heute weist die Brücke eine Fülle von unterschiedlichen Mängeln und Schäden auf. Um die Standsicherheit weiterhin gewährleisten zu können, muss sie daher dringend instand gesetzt werden. Zu diesem Zwecke werden alle Brückenteile und -stützen mit Mobilkränen nacheinander von West nach Ost demontiert und ausgehoben.

Die Bauteile werden dann per Tieflader zu einem Lagerplatz transportiert, wo sie in einer stationären, staubdichten Einhausung instand gesetzt werden können. Währenddessen werden vor Ort die Rampen mit ihren Geländern erneuert.

Für die Arbeiten ist eine Gesamtbauzeit von circa 30 Wochen angesetzt. Währenddessen ist die Querung der Gleisanlagen nur über die „Schneckennudelbrücke“ am Hauptbahnhof und die Brücke in der Oberen Langgasse möglich. Die Sperrung des „Schipka-Passes“ erfolgt ab Mittwoch, 17. Februar, und dauert bis voraussichtlich Ende September an. Die Sanierung stieß nicht bei allen Fraktionen des Stadtrats auf Zustimmung. So verwies die FDP in einer Ausschusssitzung auf die Alternativen der nur 200 Meter entfernten „Schneckennudelbrücke“ und der nahe gelegenen Straßenbrücke in der Oberen Langgasse.

Der Meinung, dass die Brücke eigentlich nicht gebraucht wird und das Geld besser für andere Dinge verwendet werden sollte, war damals auch Michael Neugebauer von der Speyerer Wählergruppe. zg

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