Speyer

Landesbibliothek Ausstellung widmet sich dem Thema „Luther in Laach“ / Musik auf der Laute

Er war ein Reformkatholik

Speyer.Das Reformationsjahr 2017 ist vorüber, doch die Diskussion ist nicht zu Ende: War Martin Luther der „Kirchenspalter“ oder der „Kirchengründer“? Dieser entscheidenden Frage gehen die Initiatoren der Ausstellung „Luther in Laach“ anhand einzigartiger, wertvoller, historischer Bücher und Exponate aus der Bibliothek der Benediktinerabtei Maria Laach nach und suchen Antworten jenseits dieser konfessionellen Klischees, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bei ihrer Zusammenarbeit haben das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) und die Abtei Maria Laach Quellen zusammengetragen, die die Debatte befeuern: Denn sie zeigen Luther als „Reformkatholiken“, der innerhalb der katholischen Kirche wirken wollte. Die Eröffnung der Ausstellung in der Pfälzischen Landesbibliothek nach Stationen in Koblenz und Berlin findet am Dienstag, 20. Februar, um 19 Uhr im Landesbibliothekszentrum statt. Nach der Begrüßung durch die Leiterin Dr. Annette Gerlach folgen Grußworte. Die Einführung in die Ausstellung werden der Ausstellungskurator Pater Dr. Augustinus Sander und Dr. Annette Gerlach übernehmen. Klaus Theis umrahmt die Veranstaltung auf der Laute mit Musik der Lutherzeit. Die Ausstellung ist vom 21. Februar bis 27. März für das interessierte Publikum montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

„Luther in Laach“ will die Ursprungs- und Wirkungsgeschichte der Wittenberger Reformbewegung veranschaulichen: In der Diskussion gewinnt die Betrachtung von Luthers reformkatholischen Ansätzen in der Erinnerung an die Ereignisse vor 500 Jahren dabei mehr Raum als bisher. Luther kam aus dem theologischen Diskurs seiner Zeit und kannte die Kirchenväter, von denen er zentrale Impulse übernahm (beispielsweise die Gnadentheologie von Augustinus oder die Kreuzestheologie von Bernhard von Clairvaux) und stand in der kirchlichen Tradition nie abseits oder außerhalb der Kirche. Zudem muss mehr als früher beachtet werden, dass Luther immerhin 20 Jahre seines Lebens Ordensmann war und dieser Einfluss zeitlebens prägend blieb.

Keine systemsprengenden Brüche

Die Ausstellung zeigt dies eindrucksvoll, in dem sie zwei Fragen nachgeht: „Woher hatte Luther das, was er sagt?“ und „Was wurde aus dem, was Luther gesagt hat?“ „Luther in Laach“ zeigt, dass es zwar (notwendige) Reformen und Aufbrüche gab, aber keine „systemsprengenden“ Brüche. Grundmotiv der Ausstellung ist der „Dialog“, den Luther mit der Bibel und den Kirchenvätern führte, der in der Nachwirkung dann aber auch im streitbaren konfessionellen Diskurs bis hin zum verweigerten Miteinander endete. Erst in den letzten Jahrzehnten sind mit der ökumenischen Debatte neue Wege beschritten worden. zg

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