Speyer

Binnenschifffahrt Rückgang der Passagierzahlen veranlassen Kapitän Karl-Heinz Kautz zum Verkauf

Flaute treibt MS Sea-Life auf Stausee in Böhmen

Speyer.Potenzielle Passagiere, die zu Saisonbeginn den Speyerer Yachthafen ansteuern, werden vergeblich nach Angeboten des Fahrgastschiffes MS Sea-Life Ausschau halten. Die Zeiten, in denen Kapitän Karl-Heinz Kautz von der Anlegestelle aus wie seit 2003 mehrmals täglich zu Fahrten auf dem Rhein und in die idyllischen Altrheinarme aufbrach, sind vorbei. Der Eigner hat das Schiff verkauft.

Die Veräußerung hat nichts mit dem möglichen Ausbleiben von Passagieren als Folge der Corona-Pandemie zu tun. Die Gründe für die Aufgabe des Fahrgastgeschäftes sind anderer Natur. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte Kautz, dass das Geschäft im Laufe der Jahre durch ständig steigende Kosten und rückläufige Passagierzahlen immer unrentabler geworden sei.

Die Synergieeffekte, die er sich mit der Anlagestelle in unmittelbarer Nachbarschaft des Großaquariums Sea Life versprochen habe, hätten sich nicht eingestellt. Hinzugekommen sei nun noch die Sperrung der Salierbrücke, was im vergangenen Jahr einen zusätzlichen Rückgang von 15 bis 20 Prozent verursacht habe. Immer schwerer habe sich zudem die Suche nach Personal für Sonderfahrten außerhalb der üblichen Saisonzeiten gestaltet. Aus all diesen Gründen habe seine Tochter darauf verzichtet, das Familienunternehmen weiterzuführen.

Sein Schiff hat der 75-jährige Kautz, der das Große Rheinpatent Rotterdam nach Basel besitzt und seit 1960 auf vielen Wasserstraßen Europas unterwegs war, an einen oberösterreichischen Schifffahrtsunternehmer verkauft. Eingesetzt wird es künftig unter dem Namen MS Smetana am Moldau-Stausee in Südböhmen.

Keine Einfuhr nach Tschechien

Bis dahin wird es wohl etwas dauern. Inzwischen auf der Speyerer Schiffswerft Braun in den Farben des neuen Eigentümers gestrichen, liegt das mit 145 Sitzplätzen ausgestattete Boot unplanmäßig an seiner alten Anlagestelle fest. Eine Einfuhr nach Tschechien ist wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht möglich.

Entspannt sich die Lage, steuert Kautz das Schiff auf dem Wasserweg nach Linz, wo es von einem Spezialtransporter der Firma Kübler an seinen Einsatzort gebracht wird. Den Besitzer wechselt auch der bisherige Anleger. Er wurde von der Yachthafen GmbH übernommen, die nach Aussage von Kautz dort zehn Liegeplätze für private Yachten einrichtet.

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