Speyer

Klassik Adventskonzert mit den Domchören, Vokalsolisten und Orchester in der Dreifaltigkeitskirche

Frohlocken zu Mendelssohn Bartholdy

Archivartikel

Speyer.Es wirkt, als würde die frisch renovierte Dreifaltigkeitskirche noch ein wenig heller strahlen: Das Adventskonzert mit den Chören und Instrumentalisten des Speyerer Doms hat das Attribut „Festlich“ in der Tat verdient. Eine enorme Klangkulisse baut sich im Altarraum der Speyerer Barockkirche auf, wo die Akteure vom benachbarten Gotteshaus obendrein ein beeindruckendes ökumenisches Zeichen setzen.

Mädchenchor, Domsingknaben, Domchor und Dombläser sowie die Junge Südwestdeutsche Philharmonie mit Streichern, Posaunen und Trompeten präsentieren unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller ein ebenso religiös motiviertes wie künstlerisch ambitioniertes Programm.

Domorganist Markus Eichenlaub sorgt an der sanierungsbedürftigen Steinmeyer-Orgel nicht nur für eine klanglich vielfältige und harmonisch abwechslungsreiche Begleitung der Gesänge, sondern kreiert mit Alexandre Guilmants Paraphrase über den Choral „Tochter Zion“ französisch-romantisches Flair, das sich freilich noch stark im Barock verortet, in der bis auf die erste Empore besetzten Kirche. Das Konzert lebt aber vor allem vom Wechselgesang zwischen Chören und Gemeinde. Die Choräle „Macht hoch die Tür“, „In das Warten dieser Welt“ und „Tochter Zion“ werden am Vorabend dieses ersten Advents auf den Bänken inbrünstig mitgesungen.

Aus vollen Kehlen

Unterdessen kommt im Konzertprogramm vor allem Felix Mendelssohn Bartholdy zu Ehren, der in der Dreifaltigkeitskirche nicht nur an der Orgel saß, sondern hier auch seine drei Orgelpräludien komponiert haben soll. „Lasset uns frohlocken“ oder „Veni Domine“ erklingen aus vollen Kehlen. Mit „Salve Regina“ und „Ave Maris Stella“ zollt Mendelssohn auch der katholischen Marienverehrung Tribut, dem Chöre und Orchester mit ausdrucksstarken Stimmen sowie mit leidenschaftlichem Spiel Nachdruck verleihen.

Im Mittelpunkt des Abends steht indes Mozarts Vesper-Zyklus KV 339 aus Psalmgesängen und mit der trotz ihrer Popularität nicht abgenutzten Arie „Laudate Dominum“, die von Anabelle Hund dank ihres glockenhellen Soprans und einer geradezu entrückten Beseeltheit zum berührenden Glaubenszeugnis wird – wunderbar sensibel aufgefangen vom Chor, in dem auch die jüngsten Sänger bis zum Schluss mit gespannter Aufmerksamkeit präsent sind.

Auch die Vokalsolisten Alexandra Paulmichl (Mezzo), Martin Erhard (Tenor) und Johannes Kalpers (Bass) verleihen diesem Konzert wertvolle Akzente. Dem im festlichen Tutti-Klang geschmetterten Adventsklassiker „Machet die Tore weit“ von Andreas Hammerschmidt lassen die Aufführenden noch einmal den Choral „Lasset uns frohlocken“ von Mendelssohn folgen, der die A-cappella-Qualitäten der Chöre aufs Schönste bestätigt. „Es nahet der Heiland“ heißt es darin; wo, wenn nicht in dieser Verheißung, ließe sich die Bedeutung dessen ergründen, was wir unter Advent verstehen.

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