Speyer

Fest der Kulturen Stadt und rund 25 Initiativen feiern unter dem Motto „Vielfalt tut gut“ / Führung durch das Haus Beith Shalom

Für das Miteinander eintreten

Speyer.Vielfalt tut gut. Der Gedanke hat in Speyer wiederholt öffentlich an Bedeutung gewonnen. Zum vierten Mal wurde das Fest der Kulturen auf dem St.-Guido-Stiftsplatz ausgerichtet. Ausrichter war die Stadt, Akteure waren rund 25 Initiativen und Musikgruppen, die Information, Motivation und Anreize verknüpften.

Rhythmische Trommelwirbel gingen am Nachmittag direkt ins Ohr der Besucher. Die hatten sich zuhauf auf dem Platz und im Garten des gegenüberliegenden Weidenbergs eingefunden, um einen Hauch der interkulturellen Atmosphäre, die sich über die Fläche legte, zu erhaschen. Die Speyerer Trommelgruppe Afabato erfüllte den gesamten Bereich mit authentischen Klängen aus Ghana und Guinea, aber auch mit kubanischen und samba-orientierten Akzenten.

Menschen aller Altersklassen, Familien, Pärchen, Gruppen, Zufallsgäste und aktive Unterstützer des guten Gedankens hinter dem Fest der Kulturen tummelten sich im Verlauf des Nachmittags an den vielen Infoständen, tauschten Gedanken zu den Themen Integration und Europa aus und ließen sich die vielfältigen Leckereien aus aller Herren Länder schmecken.

Von anderen lernen

Positive Resonanzen waren bei den Gästen zu hören. „Es ist toll, dass mit einem solchen Fest ein Zeichen für Toleranz und Miteinander gesetzt wird“, betonte Monika Mayer. Die Ludwigshafenerin war zufällig zum Fest geraten, ließ sich aber spontan von dem kunterbunten Trubel mitreißen. Die Freundinnen Kerstin (23) und Bibi (22) hatten sich den Termin bewusst im Kalender notiert. „Wir finden es wichtig, für das Miteinander der Kulturen einzutreten“, erklärte Kerstin. Als erschreckend bezeichnete sie die Erfahrung, dass sich immer mehr Menschen auf die rechtsradikale Maschinerie einlassen. „Dabei können wir alle nur von der Kultur des anderen lernen“, meinte Bibi.

Die Bandbreite der Information, die die Besucher gestern geboten bekamen, war immens. Vom Arbeitskreis Asyl bis zur Dompfarrei Pax Christi, von der Bolivien-Brücke bis zur Initiative Pulse of Europe, vom Beirat für Migration und Integration bis zu Repräsentanten der Speyerer Freundeskreise: Die Facetten öffneten einen allumfassenden Blick auf ein bereits bestehendes interkulturelles Speyer.

Stolz auf selbiges äußerte sich auch Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler bei der Eröffnung der Veranstaltung. Deutlich hob sie heraus, dass kulturelle Vielfalt der Stadt und den Menschen darin guttut. Rainer Holtz war aufgrund der schönen Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr wieder zum Fest gekommen. „Ich habe es damals nicht geschafft, die Synagoge zu besuchen. Das möchte ich heute nachholen“, verriet er. Zweimal lud die jüdische Kultusgemeinde zur Führung durch ihr Haus Beith Shalom ein. Die Resonanz darauf belegte das enorme Interesse der Gäste an anderen Religionen und Traditionen.

Modenschau und Lesung, Musik und Kulinarisches aus vieler Herren Länder, Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Wurzeln – von Speyer aus ging die Reise gestern zumindest im Geiste in die ganze Welt hinein.

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