Speyer

Landesbibliothekszentrum Vortrag über inhaftierte Mitglieder des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold

Für die Freiheit und die Republik

Archivartikel

Speyer.Die gnadenlose Verfolgung begann nach dem 30. Januar 1933: Demokratische Kämpfer für die Weimarer Republik und erklärte Gegner der Nationalsozialisten wurden verfolgt und verhaftet. Dazu gehörten von Anfang an auch die Mitglieder des Reichbanners Schwarz-Rot-Gold, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesbibliothekszentrums.

In einem interessanten Vortrag wird die Historikerin Miriam Breß in dessen Foyer am Dienstag, 21. Januar, um 19 Uhr Einzelbiografien von pfälzischen Reichsbanner-Mitgliedern vorstellen, die im (frühen) Konzentrationslager Neustadt 1933 inhaftiert wurden.

Das „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund der republikanischen Kriegsteilnehmer“ war nach den schweren Unruhen des Jahres 1923 als parteiübergreifende Organisation zum Schutz der Weimarer Republik gegründet worden. Erklärtes Ziel war die Festigung der Demokratie und die Achtung der Verfassung. Schnell entwickelte sich das Reichsbanner zu einer Massenorganisation mit bis zu drei Millionen Mitgliedern.

Niederlage besiegelt

Nach dem Wahlerfolg der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) 1930 verstärkte das Reichsbanner seinen Einsatz und schloss sich Ende 1931 mit Gewerkschaften, SPD und Arbeitersportorganisationen zur „Eisernen Front“ zusammen. Doch mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 war die Niederlage der Republikaner besiegelt. Das Reichsbanner wurde verboten, seine Aktivisten verfolgt, inhaftiert und ins Exil getrieben.

Kurz nachdem der bayerische Ministerpräsident Heinrich Held und seine Regierung am 10. März 1933 von der Reichsregierung in Berlin für abgesetzt erklärt worden war, begann in ganz Bayern und der dazugehörigen Pfalz eine Verhaftungswelle. Sie richtete sich offiziell gegen „kommunistische Funktionäre“ und „Reichsbannerführer“. Gleichzeitig wurde in Neustadt an der Haardt ein frühes Konzentrationslager eingerichtet. Während der Zeit seines Bestehens (10. März bis 13. April 1933) wurden dort etwa 450 Personen inhaftiert.

Der Vortrag will einen kurzen Überblick über das Lager geben und beschäftigt sich insbesondere mit den Mitgliedern und Funktionären des Reichsbanners, die dort festgehalten wurden. Explizit sollen durch einen Blick auf einzelne Personen die Zerstörung des Abwehrkampfes des Reichsbanners und die Abrechnung früherer Konflikte thematisiert werden.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung anlässlich der Wanderausstellung „Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924-1933“ der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Sie ist noch bis zum Samstag, 25. Januar, in der Landesbibliothek Speyer zu sehen. Der Eintritt ist frei. zg

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