Speyer

Universität Spatenstich fürs Innovationslabor / „Verwaltung braucht radikales Umdenken“

Für kreative Ansätze mehrerer Disziplinen

Archivartikel

Speyer.Mit einem symbolischen Spatenstich wurde der Bau eines Innovationslabors für die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer eingeleitet. Baubeginn an der Otto-Mayer-Straße soll im August sein, die Fertigstellung ist für Oktober avisiert.

Die Universität hatte sich im letzten Jahr mit Erfolg an einem Wettbewerb beteiligt, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Kooperation mit den Bundesländern unter dem Stichwort „Innovative Hochschulen“ ausgeschrieben hatte. Nach Auskunft von Dr. Klauspeter Strohm, Pressesprecher der Speyerer Universität, nahmen über 100 Hochschulen und Universitäten am Wettbewerb teil. Zu den Erfolgreichen unter ihnen zählt die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, die sich mit dem Projekt „WITI“ (Wissens- und Ideentransfer für Innovation in der Verwaltung) beteiligte. Sie kann sich nun über einen Teil der Fördergelder freuen, die in einer Gesamthöhe von mehreren Millionen Euro für preiswürdige Projekte ausgelobt wurden. Der Speyerer Anteil fließt in den Neubau eines mit viel technischem Know how ausgestatteten Innovationslabors. In Modulbauweise geplant, werden auf einer Grundfläche von 290 Quadratmetern Büroräume, ein Gruppenarbeitsraum und das „Innovations-Lab“ mit 38 Plätzen entstehen. Über disziplinäre Grenzen hinweg sollen dort kreative Ansätze für Transfer konzipiert und in verschiedenen Workshop-Formaten umgesetzt werden.

Transferkapazitäten erhöhen

Eingebunden war der Spatenstich in eine zweitägige Innovationstagung, bei der die Bedeutung der Speyerer Universität als führende Plattform für Innovation im Bereich des öffentlichen Sektors wieder einmal deutlich wurde. Zum Auftakt hießen Universitätsrektor Professor Dr. Holger Mühlenkamp und Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler namhafte Referenten willkommen, die sich unter anderem anhand nationaler und internationaler Fallstudien der Erschließung von Zukunftsthemen widmeten. Zu ihnen gehörte auch Staatssekretär Dr. Denis Alt vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. In Vertretung der verhinderten Ministerpräsidentin Malu Dreyer setzte sich Alt in seinem Festvortrag ebenfalls mit dem Thema Innovation in der Verwaltung auseinander.

Professor Dietmar Harhoff, Direktor am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, sowie Vorsitzender der Expertenkommission Forschung und Innovation, informierte vor dem Spatenstich über die Ziele, wissensbasierte Innovationen für die öffentliche Verwaltung nutzbar zu machen und die Transferkapazitäten der Universität zu stärken, um sie mehr als bisher in das regionale, landes- und bundesweite Innovationssystem einbringen zu können. Dafür biete das nun entstehende Innovationslabor optimale Voraussetzungen, betonte Harhoff. Wie nötig das scheint, konnte man der Einladung zur Tagung entnehmen. Dort hieß es auszugsweise: „Die aktuellen Entwicklungen des demografischen Wandels, der Migration, Digitalisierung sowie einer wachsenden Wissensgesellschaft stellen den öffentlichen Sektor vor große, teils disruptive Herausforderungen. Dies verlangt ein radikales Umdenken, wie wir Verwaltung künftig verstehen und organisieren müssen“. mey

Info: Mehr Bilder gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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