Speyer

Auszeichnung Speyerer Initiative hat bisher mehr als 6000 Menschen für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht und besser qualifiziert

Gabis ist jetzt Top-Innovator 2019

Speyer/Frankfurt.Eine großartige Bestätigung ihres Engagements erfuhr die Gemeinnützige Arbeitnehmerüberlassung der Beschäftigungsinitiative Speyer (Gabis) in diesen Tagen. Von der renommierten Marketingfirma Compamedia wurde das Unternehmen als „Top-Innovator 2019“ ausgezeichnet. Seit 1993 fungiert Compamedia als Ausrichter des Innovationspreises Top 100, der als wichtigste Auszeichnung für innovative Mittelständler in Deutschland gilt.

Die Siegertrophäe in der Frankfurter Jahrhunderthalle überreichte der bekannte Wissenschaftsjournalist und Physiker Rangar Yogeshwar. Er begleitet die Initiative Top 100 seit 2011 als Mentor und ist den Fernsehzuschauern als Moderator von Dokumentationen zu naturwissenschaftlichen Themen bekannt.

Wissenschaftlicher Leiter von Top 100 ist seit 2002 Professor Dr. Nikolaus Franke von der Wirtschaftsuniversität Wien, der als einer der weltweit führenden Innovationsforscher gilt. Franke analysiert Unternehmen des deutschen Mittelstandes, trägt zur Steigerung ihres Bekanntheitsgrades bei und bietet den innovativsten „Hidden Champions“ mit der Top 100-Auszeichnung eine Plattform. Bewertet werden keine einzelnen Projekte oder Produkte. Unter die Lupe genommen werden hingegen alle Stufen des Innovationsmanagements.

Den Preis in der Jahrhunderthalle nahmen Gabis-Geschäftsführer Thomas Cantzler und Juristin Tanja Schneebeck-Viertel entgegen. Ausgezeichnet wurde die Gabis für ihren gemeinnützigen Ansatz bei der Arbeitnehmerüberlassung sowie für Verdienste bei der Ausgestaltung von innovativen arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Projekten, die sie beim Verein zur Förderung der beruflichen Bildung Speyer (VFBB) in Auftrag gibt und mit diesem gemeinsam verantwortet.

Im Gespräch mit unserer Zeitung belegten Geschäftsführer Thomas Cantzler und Gründervater Kurt Waas anhand von Zahlen, dass die Auszeichnung verdient ist. Das Unternehmen zählt mit 38 Mitarbeitern und mehreren Standorten zu den 40 größten Zeitarbeitsfirmen Deutschlands. Von gewinnorientierten Mitbewerbern unterscheidet es sich durch den gemeinnützigen Ansatz, was Cantzler als grundsätzliche Philosophie seines Teams und einzigartig in Deutschland einstuft.

Die Überlassung von Entleihkräften an Handwerk, Industrie oder Behörden erfolgt nur, wenn sie genauso entlohnt werden wie das Stammpersonal des jeweiligen Unternehmens, was sich an den jeweils gültigen Tarifverträgen orientiert. Dass das vertraglich geregelte Modell funktioniert, lässt sich an Zahlen nachvollziehen. 2018 lag der durchschnittliche Stundenlohn für Entleihmitarbeiter ohne Zuschläge bei 18,56 Euro. Mit 1726 Entleihungen weist die Statistik der Gabis für 2019 einen Rekordwert aus.

Viel Geld fließt in Jugendprojekte

Initiiert und mit Partnern gefördert werden zudem eigene Bildungs- und Arbeitsmarktprojekte, unter anderem für ausbildungssuchende Jugendliche. Seit 2010 wurden knapp 17 Millionen Euro in solche und andere Projekte investiert. Das lohnt sich offenbar, denn etwa 40 Prozent der Betroffenen konnten bisher mit unbefristeten Arbeitsverhältnissen auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen. Seit 2000 waren das bis zum III. Quartal 2019 beachtliche 6507 Personen.

Cantzler und Waas sagen abschließend: „Getragen wird die GmbH von sieben Gesellschaftern. Alle verzichten auf eine Gewinnbeteiligung. So kann der erwirtschaftete Überschuss ungekürzt in soziale Arbeitsmarktprojekte fließen. Trotz einer Bilanzsumme von 77 Millionen Euro in 2018 wollen wir uns im Zuge eines organischen Wachstums kontinuierlich weiterentwickeln!“

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