Speyer

Ehrungen 43 Fasnachter aus der Region werden mit dem Goldenen Löwen mit Brillanten ausgezeichnet / Verdienste ums Brauchtum

Garden, Bütten und viel Arbeit

Archivartikel

Speyer.Brillant ist die Leistung, die 43 aktive Fasnachter für ihre Heimatvereine an den Tag legen. Entsprechend fiel die Würdigung aus, die ihnen am Samstag im Haus der Badisch-Pfälzischen Fasnacht zu Speyer zuteil wurde. Der Goldene Löwe mit einem 0,10-Karat-Brillant im Spiegel ist die höchste Auszeichnung der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine. Sieben Fasnachter aus dem Verbreitungsgebiet dieser Zeitung, also aus Oftersheim, Rohrhof, Reilingen und Eppelheim zählten dazu.

22 Jahre nach der Verleihung des Goldenen Löwen folgt die hochkarätige Auszeichnung für dann 44 Jahre aktive Mitarbeit beiden Vereinen. Während bei dieser die Männer noch in der Mehrzahl sind, stellt sich die Sache bei den Goldlöwen umgekehrt dar, wie Vereinigungs-Präsident Jürgen Lesmeister anmerkte. Zwar muss bereits für den Goldlöwen mindestens 22 Jahre ununterbrochener Einsatz nachgewiesen werden, doch ein ausgeklügeltes Punktesystem sorgt dafür, dass das Ziel von vielen durch die Übernahme verantwortungsvoller Ämter schneller erreicht werden kann.

Geehrte aus vielen Altersgruppen

So zog sich die Altersspanne bei den Geehrten am Samstag von 50 bis 81 Jahre. Zu den Urgesteinen kurpfälzischer Fasnacht zählt Ernst Albrecht, Gründungsmitglied und seit 2011 Ehrenpräsident des CC Grün-Weiß Oftersheim. Büttenredner, Prinz, Sitzungspräsident, Ordensgestalter – viele Ämter füllte Albrecht gewissenhaft aus. Seit 2016 ist er nun Mitarbeiter im Archiv der Vereinigung, wie Lesmeister betonte.

Seine Vereinskollegin Janina Hahn, ebenfalls seit der Gründung dabei, hat bislang nicht nur karnevalistische Ehrungen erhalten. Die ehemalige Kassiererin und seit 2005 amtierende Senatspräsidentin trägt zudem die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.

Kerstin Virag vom CV „Die Rohrhöfer Göggel“ trat schon im zartenAlter von sieben Jahren in den Verein ein, tanzte sich durch alle Garden bis in die Showtanzgruppe hindurch, wurde Trainerin, Damen-Elferrätin und kreative Unterstützerin bei der Ausgestaltung der Bühne. Auf sicherem Parkett bewegte sich Ordensminister Dieter Feldmann vom KV Reilingen „Die Käskuche“ sowohl 22 Jahre lang im Männerballett, als auch im Amt des Kassierers, wie seiner Vita zu entnehmen war.

Zum närrischen Elften im Elften begann Karin Ringle ihre Laufbahn beim Eppelheimer Carneval Club (ECC), war Gardetänzerin, Teil des Damenballetts und Trainerin, ist Elferrätin und seit 2018 wieder Gardeministerin. „Erfolgreich und engagiert“, wie Lesmeister verlas. Probleme mit Kostümen haben die Eppel-heimer dank Ringle ebenfalls nicht. Seit 25 Jahren ist sie somit auch „stichfest“, scherzte der Präsident.

Der Bütt bis heute verfallen ist Sonja Treiber, ebenfalls vom ECC. 32 Jahre Damenballett, seit 1988 organisiert sie den Kartenvorverkauf – ihr Engagement war stets beständig. „Sie ist eine der wichtigsten und prägendsten Personen in der Vereinsgeschichte“, stellte Lesmeister im Namen des Vereins fest. Den Brillant-Löwen hatte sich mit Herbert Wesch ein dritter ECCler verdient: Gründungsmitglied, Elferrat, Wirtschaftsausschuss, Archivar – vielfach brachte er sich in den Verein ein. Von den Narren geschätzt wurden auch die kleinen Köstlichkeiten, mit denen der Bäckermeister sie stets versorgte. „In den vergangenen Jahren war er oft ein Ratgeber, der auch mal Klartext spricht“, vervollständigte Lesmeister das Bild. Musikalisch unterhielten Rabea Michler (Flöte) und Bernd Camin (Klavier).

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