Speyer

Feuerbachhaus Jutta Vottelers Werke sind eine Liebeserklärung an die Natur

Gelb, Rot und Blau auf Kupferplatten

Archivartikel

speyer.Dem Verein Feuerbachhaus Speyer ist es erneut gelungen, eine namhafte Künstlerin für eine Ausstellung zu gewinnen, die am Donnerstag, 24. Oktober, um 19 Uhr von Bürgermeisterin Monika Kabs in ihrer Doppelfunktion als Repräsentantin der Stadt und Vorsitzende des Vereins Feuerbachhaus eröffnet wird. Jutta Votteler heißt die Künstlerin, deren Farbradierungen bis zum 20. Januar 2020 in der Allerheiligenstraße 9 gezeigt werden.

Präsentation in Tokio und Paris

Zur Vita der Künstlerin ist anzumerken, dass die 1959 in Ludwigshafen geborene, in Neustadt an der Weinstraße aufgewachsene und heute in Berlin lebende Grafikerin seit mehr als 30 Jahren von der Druckgraphik als künstlerischem Ausdrucksmittel fasziniert ist. Dies gilt vor allem für die Möglichkeiten der Farbradierung. Der Erfolg schlägt sich in nationalen und internationalen Ausstellungen nieder. Neben Berlin, München oder Frankfurt machen Präsentationen in Metropolen wie Melbourne, Paris, San Francisco, Stockholm oder Tokio neugierig auf das, was nun auch in Speyer zu sehen ist. Votteler, die von 1978 bis 1984 das Studium der Kunsterziehung und Germanistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz absolvierte, von 1987 bis 1991 eine Lehrtätigkeit als Kunsterzieherin ausübte und von 1991 bis 1996 einen Lehrauftrag für Farbradierung und Farbholzschnitt an der Universität Kaiserslautern innehatte, arbeitet nach eigenen Angaben mit drei Kupferplatten und den drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau. Ergebnisorientiert werden die drei Grundfarben in einem aufwendigen Arbeitsprozess so kombiniert, dass sie sich beim Drucken auf Papier in den gewünschten Nuancen mischen.

Die poetisch anmutenden Resultate sind eine einzige Liebeserklärung an die Natur, wie sie in dieser farbigen Schönheit nicht selbstverständlich ist. Basierend auf künstlerischem Können und ergänzt durch mehrere Stillleben, einige Stadtansichten und eine Musikgruppe, offenbaren sich dem Betrachter überwiegend Motive aus Fauna und Flora, welche die Achtung der Künstlerin vor der Natur widerspiegeln. Sie sind aber auch als Mahnung an die Menschheit zu verstehen, Geschenke der Natur in Form unberührter Landschaften nicht weiter durch Raubbau zu zerstören.

Persönliche Handschrift

Wobei es sich bei den Werken nicht um konkrete Abbildungen handelt. Ob Stadtansicht, Pflanzen, Blumen oder die häufig gewählte Kombination aus Flora und Fauna – immer ist die persönliche Handschrift der Künstlerin erkennbar. Gepaart mit Gedanken über die Sinnhaftigkeit einer vergänglichen Welt, gibt es in der Ausstellung fernab jeglicher Banalität viel Schönes zu entdecken. Wie gekonnt Jutta Votteler die grafische Technik mit malerischen Vorstellungen verbindet, lässt sich an Titeln wie „Urwaldabend“, „Sommernachtsgespräche“, „Große Magnolien“, „Ständchen“ und „Barcelona bei aufgehendem Mond“ hervorragend nachvollziehen. mey

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional