Speyer

Verkehrskonzept Oberbürgermeister Eger will Pendlerströme besser dirigieren

Gesucht: Gangbarer Weg in die Zukunft

Archivartikel

Speyer.Das Angebot regelt die Nachfrage heißt es beim Sammeln von Verkaufsargumenten. Lässt sich das auch auf Verkehrsströme anwenden? Vor dieser Frage stehen zurzeit die Stadt- und Verkehrsentwickler der Verwaltung. Oberbürgermeister Hansjörg Eger möchte bis Ende 2019/Anfang 2020 ein Verkehrskonzept vorlegen, das abgestimmt ist mit den Zielen von Stadtentwicklungsplan, Wohnraum- und Gewerbekonzept.

Zusammen mit den städtischen Gremien und unter Beteiligung der Bürger wollen Eger, Stadtentwickler Bernd Reif und Verkehrsplaner Christian Lorenz einen verkehrstechnisch gangbaren Weg in die Zukunft aufzeigen. Ein wichtiger Baustein ist nach Überzeugung Egers das Dirigieren der Pendlerströme.

Bis dahin gilt es, Antworten auf viele Fragen zu finden, erklärten Eger, Reif und Lorenz in einem Pressegespräch. Wie können die täglich zur Arbeit in die Stadt kommenden Autofahrer – aus Richtung Ludwigshafen und aus Landau/Germersheim je 25 000, aus Neustadt/Weinstraße 14 500 und aus Nordbaden 12 500 – zum Umsteigen auf den ÖPNV animiert werden? Sie blockieren in den innenstadtnahen Bereichen die wenigen Parkplätze, die für Touristen und Einkaufswillige freigehalten werden sollten.

Zu bewerten sein wird auch die Qualität der Straßen, die entweder viel Verkehr – etwa mit LKW in Gewerbegebiete – vertragen müssen oder in denen unerwünschter Durchgangsverkehr verhindert werden soll, um Anwohner vor unnötig viel Lärm zu schützen. Dabei gilt es die Hierarchie der Straßen zu berücksichtigen.

City-Straßenzüge auf Prüfstand

So weist der Oberbürgermeister etwa darauf hin, dass der wechselseitige Verkehrsfluss im Nadelöhr Landauer-/Bahnhofstraße nicht gestoppt werden darf, da es sich hier um Bundesstraßen handelt. Auf den Prüfstand gestellt wissen möchte das Stadtoberhaupt auch City-Straßenzüge wie Wormser Straße oder Gutenbergstraße.

Der Verwaltungschef kann sich eine neue Buszentrale im Stadtteil Nord vorstellen, um Pendler und Einzelhandelskunden vom Einfahren in die Innenstadt mit lärmintensiver Parkplatzsuche abzuhalten. Aus Richtung Süden dienten Festplatz und der Bereich ums Technik-Museum diesem Zweck. In die Gesamtüberlegung einzubeziehen sei, ob der mittlere Ring neu beschrieben oder hier und da auch durch Wegnahme von Stellplätzen flüssiger gemacht werden soll.

Da auch die Bahnanbindung eine wichtige Rolle spielt, kann der dritte S-Bahn-Haltepunkt Süd nach Auffassung der Stadtverantwortlichen ebenso zu einer wesentlichen Entlastung des innerstädtischen Pkw-Verkehrs beitragen.

Obwohl das Aufgabengebiet rund um den Verkehr komplex ist, glaubt der Oberbürgermeister, den neu geordneten Stadtentwicklungsverkehr mit – so wünscht es sich Planungschef Bernd Reif – „vielen intelligenten Lösungen“ bis in knapp zwei Jahren vorlegen zu können. Bei allem Bestreben, dem ständig zunehmenden Autoverkehr gerecht zu werden, dürften ein sicheres Radverkehrsnetz und selbstverständlich die Belange der Fußgänger nicht vergessen werden, betont Hansjörg Eger.

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