Speyer

Kriminalität Wohnungseinbrüche sind weiter rückläufig / 1169 Delikte in Sachen Straßenkriminalität bedeuten den niedrigsten Stand seit fünf Jahren / Trickbetrüger bleiben aktiv

Gewalt gegen Polizeibeamte steigt deutlich an

Archivartikel

Speyer.Das in der Polizeiinspektion vorgestellte Kriminalitätslagebild liest sich besser als die meisten Vorgängerstatistiken. Es macht auch deutlich, dass zwischen objektiven Tatsachen und subjektivem Empfinden der Bevölkerung gewisse Unterschiede bestehen.

Fakt ist, dass die von Polizeirat Stephan Weber, Polizeihauptkommissar Stefan Müller, Kriminalhauptkommissarin Kirsten Kaffitz und Polizeioberkommissar Marc Neumann vorgestellten Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken sind und sich im Fünfjahresvergleich auf dem niedrigsten Stand befinden. Rückläufig sind beispielsweise Straftaten im öffentlichen Raum, Wohnungseinbrüche und Fahrraddiebstähle. Dazu zählen im Detail auch Rohheitsdelikte, Straßenkriminalität und Rauschgiftkriminalität.

Die Aufklärungsquote weist ebenfalls eine erfreuliche Tendenz auf. Ermittlungserfolge in Höhe von 62,8 Prozent bedeuten im Fünfjahresvergleich einen absoluten Höchststand. Insgesamt weist die Statistik 5440 Fälle aus. Davon entfielen 5032 Fälle in den Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion. Die Bearbeitung bestimmter Straftaten wird von der Kriminaldirektion Ludwigshafen oder übergeordneten Behörden wahrgenommen.

Einzeltäter treibt Zahlen nach oben

Der deliktische Schwerpunkt liegt mit jeweils 19 Prozent im Bereich Diebstahl ohne erschwerende Umstände sowie bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Diebstähle unter erschwerenden Umständen schlagen mit 18 Prozent zu Buche, weisen mit 992 Fällen gegenüber dem Vorjahr mit 838 Vorkommnissen jedoch eine merkliche Steigerung aus. Inspektionsleiter Weber wies darauf hin, dass allein 109 Keller- und Gartenhauseinbrüche durch einen Einzeltäter die Fallzahlen in die Höhe getrieben hätten.

Mehr als halbiert haben sich im Fünfjahresvergleich die Wohnungseinbrüche, die mit 73 Fällen in 2018 auch gegenüber dem Vorjahr mit 82 Fällen rückläufig sind. Die Experten der Polizeiinspektion führen das auf ein Gesamtpaket repressiver und präventiver Maßnahmen zurück, zu denen Einbruchschutzberatungen, Bürgerforen und die erhöhte Präsenz von Fußstreifen auch bei Nacht in den Wohngebieten zählen.

Bei den Fahrraddiebstählen sind die Fallzahlen ebenfalls auf einem Tiefststand angelangt. Der Spitze mit 506 Fällen in 2015 stehen nun rückläufige Zahlen in 2017 (362) und 2018 (351) gegenüber.

In Sachen Straßenkriminalität im öffentlichen Raum wie Körperverletzungen, Raubdelikte oder Sachbeschädigungen war man in Speyer lange nicht mehr so sicher wie 2018. Registriert wurden zwar 1169 Vorkommnisse, was aber dank vermehrter Kontrollmaßnahmen und einer verstärkten Polizeipräsenz dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren entspricht. Weniger erfreulich ist, dass Gewalt gegen Polizeibeamte seit 2016 mit zehn Vorfällen und 2017 mit 13 Vorfällen im vergangenen Jahr mit 27 Vorkommnissen eine deutliche Steigerung erfahren hat. Bearbeitet werden mussten 616 Straftaten von Asylbewerbern und Zuwanderern. Wobei Polizeichef Weber darauf hinwies, dass sich mehr als die Hälfte der Straftaten innerhalb der Unterkünfte und zwischen den Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung ereignet hätten.

Erneut gewarnt wurde seitens der Polizei vor Betrugsdelikten durch fingierte Anrufe, bei denen sich Anrufer aus dem Ausland mit Kontaktpersonen im jeweiligen Zielgebiet auch als Polizeibeamte ausgeben oder Betrugsversuche beispielsweise über den „Enkeltrick“ starten.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional