Speyer

Salierbrücke Mitglieder der „Speyerer Runde“ erwarten drastische Auswirkungen einer Sperrung

Gewerbe fürchtet um Umsatz und Arbeitsplätze

Speyer.In der Freitagausgabe hat unsere Zeitung ausführlich über die Tagung des Projektbegleitkreises zur Sanierung der Salierbrücke in Altlußheim berichtet. Gestern stellte Oberbürgermeister Hansjörg Eger das dortige Ergebnis der „Speyerer Runde“ vor, der momentan etwa 20 Einrichtungen und Organisationen angehören.

Eger führte aus, dass es in einer insgesamt unbefriedigenden Situation zumindest ansatzweise gelungen sei, einige Verbesserung wie den ÖPNV-Shuttledienst durchzusetzen (wir berichteten). Grundsätzlich hält der Stadtchef die Sanierungsmaßnahmen lediglich für eine auf 20 bis 25 Jahre ausgelegte, lebensverlängernde Maßnahme. „Was wir in der Metropolregion wirklich benötigen, ist eine Rheinquerung zwischen Ludwigshafen und Germersheim, die künftigen Belastungen dauerhaft standhält“, betonte Eger.

Dazu sei unter Einbeziehung des Bundes eine enge Zusammenarbeit der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg unverzichtbar, was er so beim Regierungspräsidium Karlsruhe bereits angeregt habe, bekräftigte der Oberbürgermeister. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte er, dass Krankenhäuser, Rettungsdienste, Feuerwehr und Schulen nach eigener Einschätzung mit den derzeit im Gespräch befindlichen Regelungen während der Bauphase „leben“ könnten.

Schaden möglichst gering halten

Kritischer äußert sich Tim Wiedemann für den Bund der Selbstständigen Römerberg-Speyer, der die Vollsperrung als schlechte Nachricht für Handel und Gewerbe in Speyer und den Umlandgemeinden einstuft. Wiedemann: „In Karlsruhe werden die Interessen vieler Unternehmer des hiesigen Wirtschaftsstandortes nicht ausreichend berücksichtigt.“ Um welche Dimensionen es sich hierbei handelt, werde auch daran deutlich, dass täglich 9500 Menschen zwischen den rechtsrheinischen Anliegergemeinden und Speyer pendelten.

Natürlich werde man versuchen, den Schaden mit gemeinsamen Marketingkonzepten möglichst gering zu halten. Der Geschäftsführer befürchtet aber auch, dass spürbare Umsatzeinbußen, beispielsweise bei Händlern und Gastronomen, zu einem Arbeitsplatzabbau führen werden. Wiedemann geht mit Eger konform, dass die Region eine zukunftsfähige Rheinüberquerung benötigt.

Für die Leistungsgemeinschaft „Das Herz Speyers“ ließ deren Vorsitzende Andrea Veth ebenfalls durchblicken, dass sie beträchtliche Umsatzeinbußen für ihre Mitglieder befürchtet. Ihre mahnenden Worte gehen sogar einen Schritt weiter, denn sie sieht eine recht realistische Gefahr, dass baden-württembergische Kunden bei einer zweijährigen Bauzeit der „Lebensschlagader“ Salierbrücke dauerhaft nach Heidelberg oder Mannheim abwandern.

Damit es sich während der Bauphase lohne, Umwege und Einschränkungen in Kauf zu nehmen, müsse man um diese Kundschaft kämpfen, die Werbung intensivieren und versuchen, den Standort Speyer noch attraktiver zu gestalten, hob Veth hervor. Um nachzuschieben, dass Umwege unter dem Aspekt der Umweltbelastung auf ein Mindestmaß zu beschränken seien.

Völlig unverzichtbar sind für die Vorsitzende gut erreichbare Parkplätze und ein funktionierender Shuttledienst. Zumindest probeweise sollte ihrer Meinung nach auch ein Fährverkehr eingerichtet werden, wie er beispielsweise in Altrip hervorragend funktioniere.

Die Schulleiter Andreas Kotulla (Edith-Stein-Gymnasium) und Hartmut Loos (Gymnasium am Kaiserdom) halten den Shuttledienst vom Rheinhotel Luxhof über die Brücke bis zum Haltepunkt am Historischen Museum für eine praktikable Lösung. Von der Sanierung der Salierbrücke sind hauptsächlich Schüler dieser Gymnasien betroffen. Der Haltepunkt am Museum ist an den normalen Stadtverkehr angeschlossen.

Beide Schulleiter finden es zudem gut, dass es sich um eine Parallellösung handelt, denn die baden-württembergische ÖPNV-Linie 717 wird ebenfalls am Luxhof halten. Fahrgäste könnten dann wählen, ob sie den nicht nur für Schüler ausgelegten Shuttledienst nutzen oder die Weiterfahrt nach Speyer über die A 61 bevorzugen, erklärten die Schulleiter unisono.

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