Speyer

Im Interview Andrea Veth über die Leistungsgemeinschaft „Das Herz Speyers“, die sie seit April führt

Gewerbe mit weiteren Veranstaltungen fördern

Archivartikel

Speyer.Das Anliegen von Kunden, nach Herzenslust in Speyer shoppen zu können, hat sich die Leistungsgemeinschaft „Das Herz Speyers“ von Anfang an auf die Fahnen geschrieben. Die Zielsetzung des Zusammenschlusses von Händlern und Gewerbetreibenden auf der Maximilianstraße und den umliegenden Einkaufsstraßen ist zwar nicht neu, hat jedoch in den letzten Jahren etwas an Dynamik eingebüßt. Nach dem Willen der im April neu gewählten Vorsitzenden Andrea Veth soll sie künftig eine deutliche Belebung erfahren. Über Motivation, Erwartungen, möglichen Konzepten zur weiteren Aufwertung der Innenstadt als Einkaufszone und der Einschätzung von Tagestouristen als potenzielle Wertschöpfungskette sprachen wir mit der Vorsitzenden, die vielen Lesern aus unserem Einzugsgebiet als Inhaberin des Fachgeschäftes „Beisel-Hüte-Speyer“ in der Roßmarktstraße bekannt ist.

Frau Veth, warum haben Sie das Amt der Vorsitzenden übernommen?

Andrea Veth: Als mein inzwischen an anderer Wirkungsstätte tätiger Vorgänger Charles Klein von der Galeria Kaufhof nicht mehr kandidierte, galt es, ein Vakuum zu vermeiden. Da mir eine positive Entwicklung der Leistungsgemeinschaft sehr am Herzen lag, habe ich mich gerne zur Verfügung gestellt. Im erweiterten Vorstand mit meinem Stellvertreter Thomas Knerr, sechs Beisitzern und einer Schriftführerin haben wir zudem eine zukunftsweisende Verjüngung vollzogen.

Was treibt Sie konkret an?

Veth: Es ist mir wichtig, die Werbung für unsere Stadt und die hier ansässigen Gewerbetreibenden zu forcieren. Als Inhaberin eines speziellen Fachgeschäftes mit einem weit über Speyer hinausreichenden Kundenkreis nehme ich vielleicht eine Sonderstellung ein. Grundsätzlich gilt jedoch, dass man als Gemeinschaft eine wesentlich bessere Außenwirkung erzielen kann. Die Bedeutung wächst mit der Größe und erweitert den finanziellen Spielraum.

Welche Erwartungen haben Sie an die Gemeinschaft?

Veth: Ich will die Mitglieder dazu bringen, verstärkt Werbung für das „Herz Speyer“ zu machen und in dem Bemühen nicht nachzulassen, weitere Mitglieder zu gewinnen.

Wie setzt sich die Leistungsgemeinschaft derzeit zusammen?

Veth: Von der Apotheke über Buchhandel, Bekleidung, Schuh- und Fahrradhandel, Gastronomie und weiteren Gewerbetreibenden decken wir ein breites Spektrum ab. Um immer auf der Höhe der Zeit zu sein, messe ich einem kontinuierlich und geordnet verlaufenden Generationswechsel bei den Gewerbetreibenden besondere Bedeutung bei. Gleiches gilt für „Ideenbringer“, deren Anregungen jederzeit willkommen sind.

Welche Zielsetzung verfolgen Sie neben den bereits genannten Punkten?

Veth: Intensiver als bisher müssen wir das Gewerbe mit Veranstaltungen und verkaufsoffenen Sonntagen fördern. Die Bedeutung derartiger Events hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Bauernmärkte oder Weinmessen prägen immer dann in besonderer Weise das Stadtbild, wenn sie an verkaufsoffenen Sonntagen durchgeführt werden. Darauf hoffen wir im Oktober, wenn die Leistungsgemeinschaft am Samstag, 6., und dem verkaufsoffenen Sonntag, 7. Oktober, die Speyerer Weinprobe auf der Maximilianstraße durchführt. Ähnliches gilt für den verkaufsoffenen Mantelsonntag am 29. Oktober.

In welcher Form könnte eine solche Förderung seitens der Leistungsgemeinschaft aussehen?

Veth: Zunächst ist es wichtig, weitere Kontakte zu knüpfen. So werden derzeit Sondierungsgespräche mit dem Bund der Selbstständigen Römerberg-Speyer geführt. Weitere Gespräche sind mit dem Hotel- und Gaststättenverband geplant. Wir haben auch vor, zu den kommenden Veranstaltungen mehr Flyer als bisher drucken zu lassen, die in der Touristeninformation und in den Geschäften ausgelegt werden sollen. Davon versprechen wir uns einen verstärkten Werbeeffekt. Ebenso wollen wir die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und speziell mit der Abteilung Wirtschaftsförderung vertiefen.

Wie bewerten Sie jene Tagestouristen, die als Passagiere mit Flusskreuzfahrtschiffen nach Speyer kommen?

Veth: Grundsätzlich ist jeder Tourist willkommen. Aber der von Ihnen angesprochene Personenkreis steht unter einem erheblichen Zeitdruck, was für beide Seiten negativ ist.

Wie ist Ihre Position zu den Supermärkten auf der grünen Wiese?

Veth: Unsere Angebote müssen so gut sein, dass der Kunde erst gar nicht überlegt, ob er bei einem Bummel durch die Stadt einkauft oder doch auf die grüne Weise fährt.

Wie wird die Leistungsgemeinschaft auf die anstehende Sanierung der Salierbrücke reagieren?

Veth: Um diese schwierige Zeit zu überstehen, müssen wir alle Kräfte bündeln, verstärkt in die Werbung investieren und immer wieder auf die dann noch vorhandenen Möglichkeiten zur Rheinüberquerung aufmerksam machen.

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