Speyer

Numismatische Gesellschaft Medaille erinnert an jüdische Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz

Glänzendes Gedenken an damals und heute

Speyer.Zur Erinnerung an die mittelalterlichen jüdischen „SchUM-Gemeinden“ in Speyer, Worms und Mainz sowie zur Förderung der Pflege ihres Erbes geben die Numismatischen Gesellschaften Mainz-Wiesbaden und Speyer eine Medaille heraus. Sie wurde gestaltet und geprägt von Victor Huster in Baden-Baden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Im Sinne einer Lesung aus einer Thorarolle stellt die Vorderseite der Medaille (links), vor dem Hintergrund eines Davidssterns auf gewelltem Pergament die historischen Brüche symbolisierend, wichtige mittelalterliche Erinnerungsorte der „SchUM-Gemeinden“ vor (diese Abkürzung bezieht sich auf die Ortsnamen in Iwrith und jiddisch). Für Speyer sind dies die Reste der alten Synagoge und der Mikwe vom Anfang des 12. Jahrhunderts, für Worms steht die alte Synagoge von 1174, die nach der Zerstörung im Dritten Reich 1961 rekonstruiert wieder eröffnet wurde. In Mainz erinnern die Grabsteine auf dem „Judensand“ an die mittelalterliche Gemeinde, in der der berühmte Talmudlehrer Gerschom ben Jehuda (um 960 bis 1028 beziehungsweise 1040) wirkte; ihm verlieh man den Ehrentitel „Leuchte der Diaspora“ („Meor ha-Gola“). Sein mittelalterlicher Gedenkstein steht stellvertretend für die vielen jüdischen Gelehrten der drei Gemeinden.

Expressive Fassadenarchitektur

Die Rückseite (rechts) wendet sich dem neuen jüdischen Leben der drei Städte in der Gegenwart zu, wobei ihre Wahrzeichen eine identische räumliche Position einnehmen wie auf der Vorderseite. Speyer und Mainz sind vertreten durch ihre neuen Synagogen von 2011 beziehungsweise 2010, wobei die aus den Lettern für „Keduschah“ (Heiligung) gestaltete expressive Fassadenarchitektur der neuen Mainzer Synagoge von Manuel Herz besonders hervortritt. Sie trägt am Eingang den Ehrennamen „Licht der Diaspora“ und stellt auf diese Weise den Bezug zur mittelalterlichen Gemeinde her.

In Worms bleibt der alte jüdische Friedhof „Heiliger Sand“ bis zum heutigen Tag viel besuchter Erinnerungsort. Die Grabsteine von Rabbi Meir Maharam ben Baruch Rothenburg und des Kaufmanns Alexander ben Schlomo Wimpfen von 1307 sind besonders verehrte Ziele frommer Besucher, wie die aufgelegten „Kwitlekh“ (Fürbittzettel) zeigen. Neben den deutschen Ortsnamen der drei Städte erscheinen noch die Namen der herausgebenden numismatischen Gesellschaften sowie die Signatur des Medailleurs.

Es bleibt ein Wunsch der herausgebenden Vereine und des Medailleurs, dass dem seit 2012 in der Vorbereitung begriffenen Antrag der drei Städte, das Erbe der „SchUM-Gemeinden“ in die Liste des UNESCO-Welterbes aufzunehmen, Erfolg beschieden sei, so die Mitteilung.

Die Medaille zu rund 215 Gramm in Kupfer, Durchmesser 59 Millimeter, Auflage 60, wird zum Preis von 85 Euro abgegeben. Silberabschläge zu rund 200 Gramm, 925 fein, sind auf Bestellung bis Freitag, 15. Februar zum Preis von 285 Euro lieferbar. Bestellungen gehen an Dr. Wolfgang Dreher, per E-Mail an dreher-ngs@gmx.de oder unter Telefon 06344/953166. zg/Bilder: NGS

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