Speyer

Zimmertheater Siebenpfeiffer-Duo Karl Kemmerer und Marcus Schneider begeistert mit Hommage

Hannes Wader Ehre erwiesen

Archivartikel

Speyer.Als der legendäre Liedermacher Hannes Wader im vergangenen Jahr seine Abschiedstournee gegeben und den unzähligen Anhängern aus verschiedenen Generationen „Macht’s gut!“ (Titel der letzten Live CD) zugerufen hat, entschloss sich der Speyerer Karl Kemmerer, ein Hommage-Konzert mit 20 Stücken aus Waders schier unerschöpflichen Repertoire auf die Beine zu stellen.

Wader und Kemmerer verbindet einiges. Der 2013 für seine “nachhaltigen Beiträge zur Entwicklung des deutsch-sprachigen Liedes” mit dem ECHO für sein Lebenswerk ausgezeichnete Musik-Poet und das Siebenpfeiffer-Mitglied sind im gleichen Monat (Juni 1942) geboren und beide virtuose Gitarrenkünstler. Da Kemmerers Gesangsstimme auch sehr der seines großen Vorbilds ähnelt, bot sich das Unterfangen an. Der Wader-Fan begeisterte bei der gut besuchten Matinee im Zimmertheater, auch dank der vortrefflichen Begleitung durch seinen kongenialen Gitarren-Partner Marcus Schneider. Der gehört ebenso zur Gruppe Siebenpfeiffer, die mit Friedens-, Freiheits- und Arbeiterliedern sowie historisch verankerten Liedern seit 1981 in der Metropolregion die Freunde aussagekräftiger Musik erfreut.

Wader war meilenweit von Mainstream entfernt, wollte von seinen Anhägern nicht geliebt, sondern verstanden werden und verpackte in die Texte gerne seine Wut, machte Mut zum Auflehnen gegen vom Staat Auferlegtes und ließ seine Zuhörer oft mit beißendem Sarkasmus tief in seine Gefühlswelt eintauchen.

Durchbruch mit sieben Liedern

Während Kemmerer in die Rolle des bekannten Liedermachers schlüpfte und zwischen den Liedern Waders Ansinnen vortrug, spielte Marcus Schneider gekonnt und einfühlsam den Part des 2016 verstorbenen Gitarristen Werner Lämmerhirt. Und dem „Siebenpfeiffer-Duo gelang es bestens, das Publikum mit der Hommage an Hannes Wader auf eine Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Waderschen Liedermachens zu nehmen. Nach schwierigerem Anfang schaffte Wader 1972 den Durchbruch mit seiner LP „Sieben Lieder“. Daraus wählte Kemmerer zwei aus, zunächst „Rohr im Wind“ und als eine der Zugaben seinen gewiss bekanntesten Erfolgshit „Heute hier, morgen dort“, den die meisten Besucher ebenso mitsangen wie das von Wader gerne von Pete Seeger übernommene Friedenslied „Sag mir wo die Blumen sind“, dessen Text alle Besucher schwarz auf weiß auf ihrem Platz vorfanden. Der Refrain von „Bella Ciao“, das Zimmertheater-Motor Timo Effler gewünscht hatte, war gut mitzusingen.

Die meisten Lieder komponierte der gebürtige Bielefelder selbst, einige erhielt er von befreundeten Musikern, wie Allan Taylors „Gut, wieder hier zu sein“ oder das von Franz-Josef Degenhardt stammende „Sommerlied“. Seine enge Freundschaft mit Konstantin Wecker schlug sich mit Kompositionen des Müncheners in Waders Repertoire nieder. Dieses ist so unerschöpflich, dass das Siebenpfeiffer-Duo zu einer weiteren Auftrittshommage an Hannes Wader werden sollte.

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