Speyer

Stadthalle Seniorenbüro gibt es schon seit 25 Jahren / Musiknachmittage sind beliebt

Hier bringen sich ältere Menschen ein

Speyer.Das Seniorenbüro ist eine echte Erfolgsgeschichte. Deshalb feierten viele ältere Mitbürger das 25-jährige Bestehen dieser städtischen Einrichtung in der Stadthalle. Mit ihr ist ein Name ganz fest verbunden: Die Leiterin Ria Krampitz hat das Seniorenbüro von der ersten Stunde an aufgebaut und mit viel Leben gefüllt, Aktivitäten initiiert und sich bei der Verwaltung für die Belange der Senioren eingesetzt. Deshalb galt Krampitz im voll besetzten Kleinen Saal der Stadthalle der besondere Dank des Fördervereins, der seit 20 Jahren das Seniorenbüro ideell und finanziell ehrenamtlich unterstützt.

Teilhabe bis ans Lebensende, unter diesem Motto steht die Arbeit des Seniorenbüros der Stadt Speyer, das 1993 als Modellprojekt ins Leben gerufen wurde. Auch die rheinland-pfälzische Ministerinpräsidentin Malu Dreyer besucht das Seniorenbüro, informierte sich über die Arbeit und erhielt Einblicke von Krampitz. Es begann in der Gutenbergstraße und bietet seit 1996 im Maulbronner Hof eine Plattform für Senioren, die sich selbst als Akteure einbringen möchten. Seit einem Vierteljahrhundert engagieren sich Ehrenamtliche in Arbeits- und Gesprächskreisen, unterstützen das Seniorenbüro-Team bei kulturellen Veranstaltungen oder bringen sich als Busreise-Begleitungen ein. Auch Spielnachmittage erfreuen sich großer Beliebtheit. Beim Senioren-Skat wird stets mit ernster Miene gereizt und wurden lange Zeit die Stadtmeisterschaften ausgespielt. Alle zwei Wochen treffen sich die passionierten Rommé-Spielerinnen im Seniorensaal.

In unserer schnelllebigen Zeit, in der die technische Entwicklung rapide voranschreitet und ohne Computer vieles nicht mehr möglich ist, bietet der Internettreff F@irNet in der Ludwigstraße eine Anlaufstelle, um Senioren einen unbefangenen Zugang zu den neuen Medien zu ermöglichen und ihnen bei Problemfällen zu helfen. Viel mit Holz arbeitet das Handwerker-Team der Hobbywerkstatt.

Zeitzeugen berichten

Krampitz erinnert sich gerne an die vielen stets gut besuchten Erzählcafés, bei denen von Beginn an Walter Goldschmidt und später das Moderatoren-Team Karl-Heinz Jung, Dr. Thomas Neubert und Bernhard Linvers mit vielen interessanten Zeitzeugen Speyerer Geschichte lebendig werden ließen, so etwa die der Speyerer Zigarrenfabrik Wellensiek & Schalk oder der Filzfabrik Melchior Hess. Als Speyers bekannteste Wirtin Inge Fleischmann im Erzählcafé aus ihrem Narrenstübchen plauderte, war der Saal zu klein, um die vielen Freunde dieser urigen Weinstube aufzunehmen (wir berichteten). Viele Informationen für die älteren Mitbürger enthält die seit 1995 vierteljährlich erscheinende Zeitschrift „aktiv dabei“, die überwiegend von Senioren gestaltet wird. Das Seniorenbüro möchte mit „aktiv dabei“ aber auch andere Organisationen unterstützen.

Auch die im Jahr 2007 ins Leben gerufene Reihe „Konzert am Nachmittag“ wird gut angenommen. Dank der Unterstützung junger Musiker und Musikhochschulen kann das Seniorenbüro zu vier kostenlosen Konzertnachmittagen pro Halbjahr in den Historischen Ratssaal einladen. Finanziert werden die Konzerte aus Spenden. Seit Juli 2011 finden nun auch Konzerte in der Palliativstation im stationären Hospiz statt. Im Historischen Ratssaal werden zudem Konzerte am Nachmittag organisiert, für die speziell Menschen mit Demenz und ihre Angehörige eingeladen werden. „Gerade bei schweren Erkrankungen kann sie beruhigen und ein positives Lebensgefühl vermitteln. Denn Musik spricht die Emotionen an, die bis zum Ende des Lebens erhalten bleiben“, erläutert die Seniorenbüroleiterin, die alle Helfer zu Frühstücksrunden einlädt. Für Vorschläge ist Ria Krampitz immer dankbar.

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