Speyer

Neujahrsempfang OB Hansjörg Eger stolz auf finanziell drittstärkste Kommune in Rheinland-Pfalz / Menschen aller Couleur sollen in Domstadt ihr Glück finden können

Höchste Lebensqualität im Land als Ziel

Speyer.„Wie sie wissen, hat der Monat Januar seinen Namen vom römischen Gott Janus, und der hat zwei Gesichter: das eine blickt nach hinten und das andere nach vorn!“ Mit dem Hinweis auf den römischen Gott des Anfangs und des Endes hat Oberbürgermeister Hansjörg Eger eine philosophische Eröffnung des Neujahrsempfangs gewählt, zu dem er gestern Abend etwa 1000 Bürger in der Stadthalle begrüßte.

Der Anleihe aus der römischen Mythologie folgten eine reale Rückschau auf 2017 und der Ausblick auf das gerade begonnene Jahr. Als Antwort auf seine rhetorische Frage „Was wird Speyer, was wird die Verwaltung, was werde ich tun, um Speyer zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Rheinland-Pfalz zu entwickeln?“, ließ Eger Daten und Fakten folgen.

Die Ausführungen verband er mit dem Appell: „Lassen Sie uns gemeinsam an unserem Haus Speyer arbeiten, in dem Menschen aller Couleur ihr Glück finden sollen. Dass wir auf einem guten Weg sind, hat sich schon 2013 gezeigt, als Speyer zu einer der attraktivsten Städte in Rheinland-Pfalz gekürt wurde“, betonte der Stadtchef.

Rückblickend ließ Eger Höhepunkte aus 2017 Revue passieren. Aus der Vielzahl besonderer Ereignisse sind beispielhaft zu nennen: Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum, Feier 200 Jahre Neugründung des Bistums, Abschied von Bundeskanzler a. D. Helmut Kohl, Skulpturen-Ausstellung „Odyssee“ des englischen Künstlers Robert Koenig und der Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der 300 Jahre alt gewordenen Dreifaltigkeitskirche.

Mehr Raum benötigt

Betätigungsfelder mit Handlungsbedarf blendete Eger nicht aus. Der Stadtchef: „Wir benötigen mehr Raum für Kinder, Jugendliche, Senioren, Familien, Alleinstehende und Alleinerziehende. Gleiches gilt für die Wirtschaft. Unverzichtbar sind ferner Grünflächen, Sport- und Kultureinrichtungen sowie effiziente Versorgungseinrichtungen!“ Da alles mit allem zusammenhänge, müsse man stets die Wechselwirkungen im Blick haben.

Zum wichtigen Baustein Wohnraum betonte Eger, dass die Bekämpfung der Wohnungsnot zu seinen wichtigsten Aufgaben zähle, was auch in der Vorlage des ersten Wohnungsmarkt-Konzeptes der Stadtgeschichte zum Ausdruck komme. Vorausschauend bekräftigte der Stadtchef, dass man in Abstimmung mit der Bauwirtschaft und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewo am Bedarf der Bürger orientierte Wohnungen bauen wolle. So würden bis 2030 circa 2100 neue Wohnungen benötigt.

Beim Punkt Soziales und Bildung ging Eger unter anderem auf die Eröffnung neuer Kitas und die Bemühungen zur Einführung eines Wirtschaftsgymnasiums ein. Eger: „Was die Betreuungsangebote betrifft, können wir in drei Jahren eine Vollversorgung bei den Kitaplätzen haben!“ Ebenfalls zu den wichtigen Standortfaktoren zähle die Kultur, die mit neuen Konzertreihen der Musikschule, den Picknickkonzerten, der Literaturreihe „Speyer.Lit“ und dem Fest der Kulturen von Jahr zu Jahr attraktiver ausgestaltet werde, unterstrich der OB.

Punkten will Speyer außerdem beim Klimaschutz. So solle der Strombedarf der Stadt ab 2030 vollständig aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Eine Erfolgsbilanz zog er zudem beim Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eger: „Während meiner Amtszeit ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um 25 Prozent gestiegen“, was aktuell annähernd 29 000 Stellen entspreche. Er ging auf die integrierte Stadtentwicklung mit Stadtmarketingkonzept, Fragen der Infrastruktur mit Verkehrsentwicklungsplan und Radverkehrskonzept ein.

OB kritisiert Abgabenlast

Kritik übte Eger an der Abgabelast der Kommunen. „Speyer hat sich in meiner Amtszeit zur finanziell drittstärksten Kommune in Rheinland-Pfalz gemausert. 2012 und 2015 haben wir sogar Überschüsse erwirtschaftet. Wir könnten viel mehr erreichen, wenn uns das Land nicht für jeden erwirtschafteten Euro einen wegnehmen würde“, monierte er.

Scharf ins Gericht ging Eger mit Kommentaren bei Facebook und anderen Plattformen aus dem Bereich sozialer Medien, „wo auf einer sumpfigen Melange aus Hass und Neid der Spaltpilz gedeiht“. „Lassen sie uns diesen Muff gründlich auslüften, indem wir internationale Freundschaften pflegen, mutig den Mund aufmachen sowie kriminelle und geistige Brandstifter zur Verantwortung ziehen“, rief Eger unter dem Beifall seiner Zuhörer in den Saal. In diesem Zusammenhang forderte er dazu auf, bei der heutigen Kundgebung gegen Gewalt, Hetze und Fremdenhass Flagge zu zeigen. Sie beginnt um 13 Uhr am Altpörtel.

Eger abschließend: „Wie ich es vor acht Jahren versprochen habe, werde ich weiterhin meine gesamte Kraft, Kreativität, Ausdauer und Erfahrung einsetzen, um Speyer zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Rheinland-Pfalz zu machen. Wir setzen ein Projekt nach dem anderen um – und das würde ich gerne auch weiter tun, um mit ihrer Hilfe die Stadt zu bauen, von der wir alle träumen.“

Die beim Neujahrsempfang eingegangenen Spenden kommen der Aktion Stolpersteine zugute, deren Initiatoren mit einem Infostand vor Ort waren. Die musikalische Umrahmung steuerte die Big Band des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums bei.

Info: Weitere Bilder vom Empfang: www.schwetzinger-zeitung.de

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel