Speyer

Bademaxx Erster Wettbewerb im „Rennrutschen“ kommt auf 42 Teilnehmer / Sportart gibt es bereits seit 20 Jahren / Gewinner fahren zum Deutschland-Cup-Finale

Höchsttempo auf der Regenbogenrutsche

Speyer.Die Ampel steht auf Rot. Eine Geduldsprobe für die Männer, Frauen und vor allem Kinder, die sich zur ersten Stadtmeisterschaft im Rennrutschen im Sport- und Erlebnisbad „Bademaxx“ angemeldet haben. Erst bei Grün dürfen sie sich mächtig ins Zeug legen mit dem Ziel, die perfekte Welle zu erwischen, die sie besonders schnell nach unten trägt. Zwar geht es vor allem um den Spaß, aber die Hoffnung auf die Teilnahme beim Finale des Deutschland-Cups in Bad Lauterberg fließt doch bei jedem mit.

Seit 20 Jahren gibt es das Rennrutschen, ist einem Informationsblatt zu entnehmen, das vor allem die Älteren mit Interesse studieren. Dass der Ursprung in Deutschland liegt, verwundert die meisten. Kaum einer hat bislang von Wettkämpfen im Rutschen gehört. Jens Niedermeyer durchaus.

Spontane Entscheidung

Der 26-Jährige hat die Veranstaltung im „Bademaxx“ in die Wege geleitet. Seit etlichen Jahren ist er leidenschaftlicher Rennrutscher, hat den Sport in einer Therme per Zufall entdeckt und reist seither zu Wettbewerben durch die Lande. Einem eigenen Rennteam gehört der Mann aus Hanhofen auch an: den Speed Rutschern.

Heute steht erst einmal die Organisation an oberster Stelle. In der Belegschaft des „Bademaxx“ hat er gute Unterstützung gefunden. Der Aufruf durch die Lautsprecher fruchtet. Spontan entschließen sich Badbesucher zum Mitmachen. Auf 42 Namen schaffen es Niedermeyer und seine Helfer Benjamin Marx und Yannik Wingerter am Ende. Gut die Hälfte sind Kinder.

Jonas Stein (21), Mats Brenken (19) und Jan-Erik Möller (20) sind als Trio unterwegs. „Wir sind unser eigenes Team“, meint Stein lachend nach dem Hinweis auf die Speed Rutscher. Nur zum Wettkampf sind die Jungs aus der Nähe von Calw die gut 120 Kilometer am Samstag nach Speyer gekommen. Entsprechend groß ist der Ehrgeiz. „Wir wollen schon was reißen“, sagt zumindest Stein mit einem breiten Grinsen. Er ist schon immer gerne gerutscht. „Dabei hab ich gemerkt, dass man richtig schnell werden kann“, erklärt er. Auf die Suche nach Wettkämpfen ist er gegangen und in Nürnberg fündig geworden. „Bei der Bahn dort wird man schon ziemlich gebremst“, urteilt Stein. In Speyer kommt er schneller voran, stellt er schnell fest. Möller hat sein persönliches Ziel des Tages: „Ich will die beiden schlagen, weil sie zu motiviert sind.“ Was er vor dem offiziellen Start noch nicht ahnt: Schon der erste Durchgang geht tatsächlich an ihn.

Nicht auf Knie setzen

Dreimal darf jeder an den Start. Die schlechteste Zeit fliegt am Ende aus der Wertung. Niedermeyer appelliert an die Fairness beim Rutschen. Die geht einher mit der Beachtung des Regelwerks und das besagt: Auf Knien darf nicht gerutscht werden, sonst droht die Disqualifikation. Die Teilnehmer hören genau hin und halten sich dran.

Mehr als einmal wird ein Top-Tempo vorgelegt auf der 69 Meter langen Strecke bis zu der Stelle, wo die Röhrenrutsche mit 360-Grad-Spirale die Teilnehmer wieder „ausspuckt“. Niedermeyer lässt sich ebenfalls nicht vom Mitmachen abhalten. Nach gut zwei Stunden hat das meisterliche Rutschvergnügen ein Ende. Das Ergebnis: Niedermeyer (16,86 Sekunden), Klaus Mertel (17,14 Sekunden), Diana Portune (20,20 Sekunden) und Ramona Frick (20,24 Sekunden) dürfen zum Deutschland-Cup-Finale in Bad Lauterberg fahren.

Info: Weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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