Speyer

Biblische Weinprobe Pfarrer Thomas Jakubowski bespricht beim IBF sechs gespendete Tropfen

Holofernes Haupt und Noahs Alter

Archivartikel

Speyer.An Körper und Geist ließen sich die Teilnehmer einer „Biblischen Weinprobe“ bei der Interessengemeinschaft Behinderter und ihrer Freunde (IBF) im Vereinsheim verwöhnen.

Während der Geist biblisch geschult wurde, hielt sich die Belastung des Körpers bei sechs ausgewählten Weinen in Grenzen. Besprochen wurden sie von Pfarrer Thomas Jakubowski, der seit 20 Jahren für die Behindertenseelsorge und Gemeindekultur in der evangelischen Kirche der Pfalz zuständig ist. Unterstützung erfuhr er durch seine Ehefrau Dr. Beate Pfundstein, die als Lebensmittelchemikerin ein waches Auge auf die Qualität der kredenzten Gewächse hatte.

Erlös für die Stiftung

Mitveranstalter war die Stiftung für Behinderte (SfB), die sich ebenfalls eine dauerhafte Unterstützung Behinderter zum Ziel gesetzt hat. Da die Weine von den renommierten Weingütern Christmann in Gimmeldingen, Jesuitenhof in Dirmstein und dem Staatsweingut mit Johannitergut in Mußbach gespendet wurden, floss der Erlös im unteren dreistelligen Bereich ungekürzt in die Stiftung ein.

Eröffnet wurde die Probe mit einem Tischgebet, in dem es auszugweise hieß: „Gepriesen bist du Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde, für das Wasser das uns erfrischt und für den Wein, der unser Herz erfreut und uns füreinander öffnet.“

Riesling aus „Paradiesgarten“

Bibelzitate begleiteten auch in der Folge die einzelnen Proben, deren Vorstellung Jakubowski mit Informationen über die Weingüter anreicherte. Verkostet wurden bei den Weißweinen die Sorten Riesling und Sauvignon Blanc. Anknüpfend an das Paradies im gelobten Land, verwöhnte ein 2016er Riesling aus der bekannten Einzellage „Deidesheimer Paradiesgarten“ die Geschmacksnerven. Den Abschluss bildeten zwei Rotweine.

Beim 2014er im Barrique gereiften Cabernet Sauvignon vom Staatsweingut mit Johannitergut ergriff Wedigo von Wedel das Wort. Er erinnerte er an die Gründung des Johanniterordens zur Zeit des Ersten Kreuzzuges. Damals als Orden vom Hospital des Heiligen Johannes zu Jerusalem ins Leben gerufen, gehöre der Dienst am Nächsten bis heute zum Selbstverständnis der Gemeinschaft, betonte das Ordensmitglied.

Dass Wein zwar ein Mittel gegen Betrübnis sein kann, stets aber in Maßen genossen werden sollte, machte Jakubowski am Beispiel des assyrischen Feldherrn Holofernes fest. Der General des babylonischen Königs Nebukadnezar II. war in Begierde zur Hebräerin Judit entbrannt, lud diese ein, trank voller Vorfreude zu viel, schlief ein und wurde von Judit mit zwei Schwerthieben enthauptet. Ganz anders der alttestamentarische Noah. Er pflanzte als Erster einen Weinberg, trank selbst gerne und erreichte vielleicht auch deshalb das biblische Alter von 950 Jahren. mey

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