Speyer

Ausstellung Gabriele Willberg stellt im Berzelhof Waldlandschaften aus / Denkmalgeschütztes Gebäude vor zwei Jahren neu eröffnet

Hommage an Vielfalt der Natur

Speyer.Der idyllisch am Speyerbach in der Altstadt gelegene und nach dem 2007 verstorbenen Flohmarktbetreiber Rolf Berzel benannte Berzelhof ist den Speyerer Bürgern seit Jahrzehnten ein Begriff. Bis 2010 wurden hier von den Söhnen des stadtbekannten Originals Antiquitäten und manchmal auch Trödelwaren verkauft. Das damals im städtischen Besitz befindliche und im Laufe der Zeit marode gewordene Gebäudeensemble mit Innenhof wurde schließlich von der Stadt zum Verkauf ausgeschrieben.

Den Zuschlag erhielt seinerzeit die Blumenhändlerin Alexandra Remus. Mit ihrer Bewerbung erfüllte sie die Vorgaben der Stadt nach einer kulturellen und kunsthandwerklichen Nutzung des Areals mit Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit. Dem Erwerb schloss sich die aufwendige Generalsanierung des um 1900 erbauten, denkmalgeschützten Gebäudeensembles an.

Am 11. Januar 2017 eröffnet, hat sich der Berzelhof mit Blumenladen, Café, etwa 25 Freisitzen sowie wechselnden Events und Workshops zu einem attraktiven Schmuckstück in der Altstadt entwickelt. Dank der kreativen Leidenschaft der Inhaberin hat die Kunst hier ebenfalls einen festen Platz gefunden. Den Auftakt in diesem Jahr bildete eine am Samstag im Verkaufsraum und Obergeschoss des urbanen Kleinodes eröffnete Ausstellung.

Präsentiert werden Bilder der Speyerer Künstlerin Gabriele Willberg, deren Brezelfestbild 2013 mit 11 000 Euro das bis dahin höchste Ergebnis in der Geschichte der von Round Table 63 und dem Verkehrsverein jährlich für soziale Zwecke durchgeführten Auktion erzielte. Einem breiteren Publikum bekannt wurde die Absolventin der Europäischen Kunstakademie Trier auch mit einer Kunstschau in der Speyerer Zentrale der Volksbank Kur- und Rheinpfalz im Jahr 2017.

Altrichter und Geisler als Lehrer

Willberg hat vor etwa 20 Jahren mit der Malerei begonnen. Zu ihren Lehrern gehören Volker Altrichter aus Bonn und der in Bochum lebende Stephan Geisler, die Lehraufträge an mehreren bekannten Einrichtungen wie der Bauhaus-Universität Weimar und dem Institut für Kunst und Materielle Kultur an der Technischen Universität in Dortmund wahrnahmen. Bei beiden bildet sich Willberg bis heute mehrmals jährlich künstlerisch weiter.

Im Berzelhof zeigt sie großformatige Waldlandschaften in kraftvollen Acrylfarben auf Rohgewebe, deren Tiefe und Farbigkeit Remus bei der Vernissage voller Begeisterung hervorhob. Dabei handelt es sich um malerisch umgesetzte Eindrücke von ausgedehnten Waldspaziergängen, denen als unerschöpfliche Quelle für Inspirationen eine besondere Bedeutung zukommt.

Die Geräusche des Waldes, das Rauschen des Windes, Wasserspiegelungen, farbliche Veränderungen durch einfallendes Licht und wechselnde Jahreszeiten – all das kommt in meist semifigurativen und manchmal fast mystisch anmutenden Darstellungen wie im Bild „Sehnsucht 1“ bei der Werkschau zum Ausdruck.

Die Hommage an die Natur beschränkt sich jedoch nicht auf Wald und Bäume. Willbergs Hauptwerk „Digitalis“ hat nichts mit der Speicherung von Informationen für die elektronische Datenverarbeitung zu tun. „Digitalis“ ist der lateinische Begriff für die Pflanzengattung Fingerhüte – und die hat Willberg in leuchtend roten Farbtönen vor dunklem Hintergrund auf der 1,40 mal 1,60 Meter messenden Arbeit ausdrucksstark eingefangen.

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