Speyer

Bahnhofsareal Investor lässt sich Bau eines Guesthouse am „Schipka-Pass“ 6 Millionen Euro kosten

Hotel – aber kontaktlos

Speyer.Auch wenn Corona-bedingte Einschränkungen und ein paar unvorhersehbare Unwägbarkeiten den Neubau des Gästehauses neben dem ehemaligen Güterbahnhof, der bekanntlich Denns Biomarkt beheimatet, um ein gutes halbes Jahr verzögert haben, so sieht die Guesthouse-Gruppe dennoch „mit Freude einer Eröffnung im Herbst entgegen“, teilt Projektsprecher Herbert Rabl auf unsere Anfrage mit.

Die Investorengruppe sei nach wie vor von dem Standort Speyer überzeugt, da es in der Domstadt mit dem Guesthouse erstmals „ein Produkt- und Dienstleistungsangebot geben wird, das der neuen, veränderten Zeit voll gerecht wird, nämlich das kontaktlose Hotel mit hoher Dienstleistungsqualität“, erläutert der Projektsprecher die rund 6 Millionen Euro schwere Investition.

Der Standort unweit des Hauptbahnhofs und an der Zufahrtsstraße zur Innenstadt machte dem Investor das Großprojekt schmackhaft. 750 Quadratmeter Wohnfläche sind in dem einschließlich Kellergeschoss fünf Stockwerke hohen Komplex in 32 Gästewohnungen – Studios genannt – ständig buchbar. Vorhanden sind Einzel- und Doppelstudios, teilweise mit Terrasse, aber auch Penthouse Studios sowie Drei- und Vierbettstudios. Alle sind voll ausgestattet mit Kitchenette (kleine Küche) und moderner Einrichtung samt Arbeitsmöglichkeiten.

Gegen den Lärm von der vielbefahrenen Bahnhofstraße und von der unmittelbar an den 40 Meter langen und 13 Meter hohen Neubau angrenzenden Bahnlinie schützen dreifach verglaste Fenster. Zur Verfügung steht den Gästen auch ein Seminarraum.

Überführung als Bauproblem

Als nicht ganz unproblematisch stellte sich während der Bauzeit der direkt neben dem Gästehaus verlaufende „Schipka-Pass“ heraus, für Fußgänger die Verbindungsspange zwischen Hirschgraben und Burgstraße. Ende vergangenen Jahres hatte die Stadt den Bau teilweise einstellen lassen: Ein Schaden am Fundament des Viadukts, mutmaßlich verursacht durch die Bauarbeiter, sowie die nach Ansicht des Gestaltungsbeirats der Stadt falsche Verkleidung der Fassade hatten den Streit ausgelöst. Inzwischen ist die Fassade mit drei 1,40 Meter hohen Bändern ausgekleidet, wobei matte und nicht mehr glänzende Mosaiksteine angebracht sind. Die Streitigkeiten sind ohne Anwalt ausgeräumt worden, betonen beide Seiten.

Die Firma Heberger arbeitet momentan neben dem Bahngelände unter der Fußgängerbrücke, dem in Speyer als „Schipka-Pass“ bekannten Bahnübergang, allerdings nicht im Auftrag der Stadt. Von Seiten der Stadt ist die Sanierung der Brücke erst im Jahr 2021 vorgesehen. Hierzu werden nach Auskunft der Pressestelle derzeit Planungen erarbeitet, sodass die entsprechenden finanziellen Mittel in den Haushalt 2021 eingestellt werden können.

Inzwischen laufen beim Neubau die letzten Feinarbeiten und wird mit dem Innenausbau die vorletzte Runde eingeläutet. Mit der Außenanlage und dem Bereitstellen von 24 überdachten Parkplätzen hinter dem Haus geht es dann auf die Zielgerade Richtung Eröffnung.

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