Speyer

Künstlerhaus Stipendiat Emil Srakalovic kommt für drei Monate / Spiel der Gegensätze als Basis

„Ich lebe nach einem Prinzip der Reinheit“

Archivartikel

Speyer.Für den bildenden Künstler Emil Srkalovic besteht das Wesen der Malerei aus logischen, physikalischen und mathematischen Gesetzmäßigkeiten. Ende Mai wird er das internationale Stipendium „Künstlerhaus Speyer“ beginnen, um dort drei Monate zu wohnen und zu arbeiten. Zum Abschluss wird Srkalovic im August seine Arbeiten in einer Werkschau der Öffentlichkeit präsentieren.

Seit 1987 ist während der Sommermonate immer ein ausländischer Künstler für drei Monate Gast im Künstlerhaus und wird während dieser Zeit auch von den Mitgliedern kollegial betreut, wie der Künstlerbund in einer Pressemitteilung schreibt. Das Arbeitsstipendium wird dabei von der Stadt Speyer finanziert, der Künstlerbund übernimmt die Organisation.

Srkalovic kommt aus Österreich und ist der 31. Stipendiat des internationalen Stipendiums „Künstlerhaus Speyer“. Geboren wurde er 1983 in Bosnien, lebt und arbeitet aber seit 1992 in Graz. „Die Malerei ist mein Leben und mein theoretisches Wissen darüber ist logisch, durchgängig und schlüssig. Ich habe viel bei meinen Eltern, die beide Künstler sind, gelernt, obwohl das auch nicht immer einfach gewesen ist“, sagt Srkalovic über seinen Werdegang.

Strikt und geradlinig

Bei seiner Arbeit ist er strikt, geradlinig und technisch, auf seine Eigenständigkeit legt er viel Wert. „Ich agiere nach dem Prinzip der ‚alten Schule‘: Jede Stilrichtung beinhaltet bestimmte Attribute, über die sie definiert wird, und denen sie gleichzeitig entsprechen muss. Stilbrüche kommen bei mir nicht in Frage. Ich lebe nach einem Prinzip der Reinheit“, erklärt Srkalovic.

Die europäische Stilrichtung der Pop-Art, in deren Nachfolge sich der Maler selbst sieht, lebt von der bildnerischen Reduktion, bleibt aber in der Darstellung immer anatomisch richtig. Die Basis für Srkalovic’ Kompositionen ist dabei das Spiel mit dem Gegensatz. So stellt er gern hell gegen dunkel, kantiges verbindet er mit Rundungen. Er nutzt die Gegensätze, diese Konkurrenz im Bild gezielt, damit sein Werk nicht statisch wirkt. Für Srkalovic ist diese Formel, die auch in all seinen Bildern spürbar ist, das was die Malerei „vollständig“ sein lässt.

Seine Bilder leben von den Einflüssen seiner Umgebung: Tiere sind eines seiner Hauptthemen, künstlerisch, wie auch im echten Leben: Elefanten, Rehe, Vögel, und auch Bisons mag er gern. Der Künstler erschafft sein Zwiegespräch mit der Natur, indem er auf großen Leinwänden sein differenziertes Wissen manifestiert. Mit Srkalovic, der in der Grazer Kunstszene aktiv ist, könnte ein kultureller Austausch und eine interessante künstlerische Auseinandersetzung gelingen, heißt es in der Mitteilung abschließend. zg

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel