Speyer

Basteltage Kreativangebote locken über 3000 Interessierte an / Vielfältige Möglichkeiten

Ideenreichtum kennt schier keine Grenzen

Speyer.Es riecht nach Kleber und Farbe. Dynamisches Hämmern dringt von irgendwo her ans Ohr und macht neugierig. Auf Entdeckungsreise gehen und selbst aktiv werden an einem der fast 40 Stände ist Pflichtprogramm bei den Basteltagen in Speyer, die am Wochenende wieder über 3000 Kreativlinge anlocken.

Was einen wohl erwartet? Der Blick auf die Übersicht weckt die Neugier und den Schaffensdrang. Papier ist ja aber bekanntlich geduldig. Also lieber rein ins Getümmel und die Augen entscheiden lassen, wo der erste Pinsel in die Hand oder die erste Heißluftpistole gequält wird. "Nussbärchen", ist auf einem Schild zu lesen. "Kann man die vorher essen?", keimt die Frage bei einem Besucher mit appetitvollem Blick auf die Erdnüsse auf, die sich unter den geschickten Kinderhänden am Tisch zu putzigen Bären verwandeln.

Nebenan hat ein Junge einen Engel bestellt. Beziehungsweise: die dafür notwendigen Materialien zum Selbermachen. "Du nimmst die Schnur und wickelst sie immer hier rum", erklärt die selbst noch jugendliche Amelie das Vorgehen. Der Junge winkt ab. Er kennt sich aus auf dem Gebiet und wickelt munter drauf los.

Den Hebel anzusetzen fällt ganz schön schwer in dem Gewühl. Bei den Scrapbooks ist wie gewohnt der Teufel los. Beim Spitzeln über die Schultern der Bastler wird klar: Die meisten wollen Leporellos für Lieblingsbilder mit nach Hause nehmen. Mit Ruhe und Akribie werden die gefaltet, verklebt und verziert. Die Wartezeit bis zum nächsten freien Platz wäre lang - aber zwei Päckchen für zuhause als Alternative sind drin.

Geduld ist unabdingbar

Die meisten Aussteller bieten "Basteln to go" an. Eine sehr gute Entscheidung angesichts der Menschenmassen, die die große Anzahl an Plätzen schnell sehr klein werden lassen. Geduld ist unabdingbar bei den Basteltagen - oder aber die notwendige Flexibilität, zuhause in Ruhe das nachzuholen, was vor Ort im Wettlauf mit der Uhr nicht geklappt hat.

Anregungen holen können sich die Besucher mehr als genug. Eine schmucke Schneekugel fällt direkt ins Auge. Styroporkugel und Wattepads sind als Grundmaterialien notwendig. Mit einem schraubenzieherähnlichen Werkzeug wird das Weiche ins Fest gedrückt, so dass die Kugel zum fluffigen Bällchen wird. Glitzersterne draufkleben - fertig. Der Stand läuft, alle Stühle sind besetzt. So wie ein Pendant im Flur, wo aus Poolnudeln Steckenpferde entstehen - ein Renner.

Auf der Bühne im großen Saal geht es derweil hoch her bei den Spielesäckchen, die selbst gestaltet werden können. O-Pat-Ko-No, steht auf einer Anleitung geschrieben, ein einfaches koreanisches Strategiespiel. Das aufgezeichnete Feld auf dem kleinen Jutesack besagt irgendwie etwas anderes. Also doch lieber auf das bewährte TicTacToe zurückgreifen, bei dem schnellstmöglich drei Steine in einer Reihe liegen müssen, bevor das dem Gegner gelingt.

Gips-Muffins bemalen, Glasflaschen mit Backmischungen füllen, Glasperlenschmuck kreieren, weihnachtliche Windlichter gestalten, Türkränze binden - Fingerfertigkeit ist überall gefragt. Der Spaß steht aber über dem Ganzen, das steht außer Frage. Nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen frönen dem persönlichen Bastelerlebnis; schließlich sind die beiden Tage, organisiert von der Jugendförderung der Stadt, für alle Generationen da.

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