Speyer

Edith-Stein-Gymnasium Schüler würdigen Frauenwahlrecht

In Saudi-Arabien dürfen sie nicht einmal Fahrrad fahren

Speyer.Mit Ausstellungen, Diskussionen und Vorträgen widmete sich das Edith-Stein-Gymnasium dem Jubiläum des Frauenwahlrechts. Bei der Ausstellung „Die Mütter des Grundgesetzes“ veranschaulichten Plakate den Weg, den der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ nehmen musste, ehe er in unsere Verfassung fand.

Schulleiter Dr. Andreas Kotulla sprach von einem „Jubiläum der Selbstverständlichkeit“. Mit Annette Meuser und Klaus Ritter, die die Themenwoche organisierten, freute er sich über den Besuch von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und der Speyerer Gleichstellungsbeauftragten Lena Dunio-Özcan. Oberstufenschülerin Lisa-Maria Gruber begeisterte mit einer Rezitation von Sarah Bosettis Text „Feminismus“ und machte klar: Feminismus ist ein „Ismus von dem man wünscht, es gebe ihn nicht“ – dennoch sei er notwendig. Eine Feststellung der Stefanie Seiler zustimmte. Als eine von vier weiblichen Oberbürgermeistern in Rheinland-Pfalz hob sie hervor, dass es auch heute noch wichtig ist, für Gleichberechtigung zu streiten. Die Schülerinnen diskutierten Filme, die sich mit Fragen der Gleichberechtigung auseinandersetzten. Die Einführung des Frauenwahlrechts in der Schweiz war dabei ebenso Thema, wie der Wunsch eines saudi-arabischen Mädchens: Fahrrad fahren.

Diskussion mit Familienministerin

Eine Podiumsdiskussion mit der rheinland-pfälzischen Familienministerin Anne Spiegel, Anke Schneider (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) und Silvia Hoffmann (Frauen-Union der CDU) zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht – Ziel erreicht!?“ setzte den Schlusspunkt. Hoffmann dachte darüber nach, was ein beworbener Autoreifen mit einer nackten Frau zu tun habe und Schneider sah den Gesetzgeber in der Pflicht, solchen Entwicklungen Einhalt zu gebieten. Immer wieder setzten Schülerinnen Impulse: „Frauen werden ermuntert, sich Männerberufen zu stellen. Gibt es auch Ideen, wie man Männer zu Frauenberufen motivieren könnte?“ Spiegel sah die Notwendigkeit, Geschlechtergerechtigkeit „von beiden Seiten zu betrachten“. zg

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