Speyer

Post Leser beschweren sich über verspätete Zustellung / Verantwortliche sprechen von Einzelfällen

In Spitzenzeiten ist Überforderung die Regel

Speyer.Immer mehr Leser äußern sich in letzter Zeit in zunehmendem Maße verärgert über verspätete Zustellungen von Briefen, Paketen und Zeitschriften durch die Deutsche Post. Moniert wird, dass es nicht nur, aber vor allem in Stoßzeiten wie den Tagen vor Weihnachten zu unregelmäßigen oder deutlich verzögerten Zustellungen kommt.

Dazu erklärt Stefan Heß, Pressesprecher der Deutschen Post DHL Group in Frankfurt am Main auf Anfrage, dass täglich zirka 108 000 Mitarbeiter bei Wind und Wetter als Brief- und Paketzusteller unterwegs seien. Bei einem derart flächendeckenden und dynamischen Geschäft könne es schon mal zu betrieblichen Problemen kommen. Als mögliche Gründe für jene Einzelfälle nennt er kurzfristige Erkrankungen, Witterungseinbrüche und fallweise auch menschliches Versagen. Allerdings solle man die Zahl der Beschwerden ins Verhältnis zu den beförderten Brief- und Paketsendungen setzen. So umfasse allein der „Zustellstützpunkt“ Speyer 33 Bezirke, die Speyer, Dudenhofen, Harthausen und Hanhofen täglich mit etwa 44 300 Briefsendungen und mehr als 600 Paketen und Päckchen versorgten. Zusätzlich verfüge der Stützpunkt über drei Packstationen, die für den Empfang und Versand von DHL Paketsendungen rund um die Uhr genutzt werden könnten.

Über Speyer hinausblickend betonte Heß, dass in 82 bundesweiten Briefzentren an jedem Werktag rund 59 Millionen Sendungen bearbeitet würden. Hinzu kämen täglich mehr als 4,6 Millionen Pakete. Im Vergleich dazu hätten die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur mit rund 8400 Fällen nicht mal im Promillebereich gelegen, konstatierte der Pressesprecher. Heß fügte ausdrücklich an, dass man Beschwerden ernst nehme und immer bereit sei, ihnen in konkreten Fällen nachzugehen.

Die genannten Zahlen helfen zwar betroffenen Anwohnern nicht weiter, lassen pauschale Kritik jedoch in einem anderen Licht erscheinen. Nachvollziehen lässt sich das am Beispiel zweier Briefzustellerinnen und eines DHL-Zustellers in Speyer-West, die seit vielen Jahren die Post pünktlich austragen.

Acht Kataloge an einem Tag

Dabei handelt es sich um die 59-jährige Eleonore Schlamp und die 36 Jahre alte Michaela Klar. Eleonore Schlamp arbeitet seit 1984, Michaela Klar seit 2002 als Austrägerin. Ihr Zu-stellbezirk mit der Nummer 07 umfasst das Musikerviertel in Speyer-West mit rund 1000 Haushalten. Dass es sich bei ihrem Verantwortungsbereich um ein reines Wohngebiet handelt, erleichtert ihnen nach eigenen Angaben die Arbeit. Leicht ist sie dennoch nicht, denn allein die Räder wiegen etwa 25 Kilogramm. Die Ladekapazität beträgt einschließlich Eigengewicht 120 Kilogramm. In Spitzenzeiten und wenn Werbematerial hinzukommt, sind Überforderungen keine Seltenheit. So informierten die beiden im Gespräch mit unserer Zeitung, dass beispielsweise in der letzten Woche einem Haushalt an nur einem Tag acht Kataloge zugestellt wurden.

Ähnliches gilt für den 38-jährigen Paketzusteller Ramzi Mezzi, der seit fünf Jahren den gesamten Stadtteil Speyer-West bedient. „Obwohl wir zuverlässig arbeiten, werden wir als Mitarbeiter der Post pauschal in die Kritik einbezogen“, klagen Schlamp, Klar und Mezzi unisono.

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