Speyer

Landesbibliothek Eröffnung der Wanderausstellung „Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner“

Kampf für die junge Demokratie

Archivartikel

Speyer.Eine hochgelobte Wanderausstellung kommt ab Dienstag, 5. November, aus Berlin nach Speyer: „Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ zeigt den Kampf demokratischer Kräfte für die Weimarer Republik. Eröffnet wird die Ausstellung um 19 Uhr im Foyer des Landesbibliothekszentrums in der Otto-Mayer-Straße 9, vom Vorsitzenden der Friederich-Ebert-Stiftung, Ex-Ministerpräsident Kurt Beck. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand hat die Ausstellung 95 Jahre nach der Gründung der parteiübergreifenden Organisation auf den Weg gebracht.

Das „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund der republikanischen Kriegsteilnehmer“ wird nach den schweren politischen Unruhen des Jahres 1923 als parteiübergreifende Organisation zum Schutz der Weimarer Republik gegründet. Anders als der Wehrverband „Stahlhelm“ oder der „Rote Frontkämpferbund“ engagieren sich seine Mitglieder nicht gegen, sondern für die junge deutsche Demokratie. Erklärtes Ziel ist die Festigung der Republik und die Achtung der Verfassung. Schnell entwickelt sich das „Reichsbanner“ zu einer Massenorganisation mit bis zu drei Millionen Mitgliedern.

Nach dem Wahlerfolg der NSDAP 1930 verstärkt der Verein seinen Einsatz und schließt sich Ende 1931 mit Gewerkschaften, SPD und Arbeiter-sportorganisationen zur „Eisernen Front“ zusammen. Doch mit Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 ist die Niederlage der Republikaner besiegelt. Das „Reichsbanner“ wird verboten, seine Aktivsten werden verfolgt, inhaftiert und ins Exil getrieben.

Auf 31 Bannern (19 Themen und zwölf Biografien) dokumentiert die Ausstellung mit ausdrucksstarken Fotos und Dokumenten den umfassenden Einsatz für die demokratische Republik von Weimar. Sie macht deutlich, dass von einer „Republik ohne Republikaner“ nicht gesprochen werden kann. Zu den dargestellten Einzelbiografien gehören unter anderem auch Mitglieder, die aus der Pfalz stammen – wie der gebürtige Pirmasenser und letzte Vorsitzender Karl Höltermann (SPD) und der gebürtige Eisenberger Franz Osterroth (SPD), Redakteur der Zeitung „Das Reichsbanner“.

Ergänzt wird die Wanderausstellung mit Materialien aus dem Landesarchiv und der Pfälzischen Landesbibliothek Speyer, die die Ausstellung in Kooperation mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand bis zum 25. Januar 2020 zeigen wird.

Dr. Andreas Marquet (Friedrich-Ebert-Stiftung) wird zudem am Dienstag, 26. November, um 19 Uhr einen Vortrag über den Vorsitzenden des „Reichsbanners“ in der Pfalz, Friedrich Wilhelm Wagner, halten. Veranstalter ist der Förderverein des Landesarchivs. zg

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