Speyer

Konversion Interkommunale Zusammenarbeit auf Augenhöhe / Speyer und Otterstadt einig bei der Entwicklung im „Pionier Quartier“

Kasernenpläne eng abstimmen

Archivartikel

Speyer/Otterstadt.In einem vertrauensvollen Gespräch zwischen Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und Jürgen Zimmer, dem Beigeordneten der Gemeinde Otterstadt, einigten sich beide bei der Entwicklung des sogenannten „Pionier Quartiers“ (das Areal rings um die frühere Kurpfalz-Kaserne neben der B 9) im Speyerer Norden auf eine interkommunale Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Dies gilt auch für die Bewerbungsabsichten der Stadt Speyer für die Landesgartenschau im Jahr 2026, die unter Einbeziehung der Gemeinde Otterstadt denkbar, aber nicht zwingend wäre, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt.

Eine aktive Einbindung der Bürgerschaft ist dabei für beide Kommunalvertreter oberste Prämisse und soll sich folglich durch alle weiteren Planungen ziehen. „In Speyer wird schon seit einigen Jahren über den sogenannten Masterplan Konversion diskutiert. Diese Diskussionen fanden bisher aber größtenteils ohne Bevölkerung statt. Wenn wir das ,Pionier Quartier’ gemeinsam und im Sinne der Menschen entwickeln wollen, dann müssen wir die Bürgerinnen und Bürger viel stärker einbinden“, erläutert Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler das weitere Vorgehen. Ihr Kollege aus Otterstadt, Jürgen Zimmer, ergänzt: „In der Vergangenheit wurde viel über das Projekt geredet, aber nur selten mit der Bevölkerung. Das hat zu viel Unmut geführt und das müssen und werden wir gemeinsam ändern.“

Für beide Kommunen ist das Vorhaben rund um die ehemalige Kurpfalzkaserne eine große Chance, interkommunal und vor allem gleichberechtigt zusammenzuarbeiten, um gemeinsam das Kasernengelände zum „Pionier Quartier“ weiterzuentwickeln. Die Planungen stehen noch ganz am Anfang, die finale Entscheidung über die genaue Ausgestaltung und das Ausmaß des Projekts sollen in einem konstruktiven Austausch mit der Bevölkerung aber bald festgelegt werden. Dabei wurde beim Gespräch vereinbart, dass künftig regelmäßige Jour-Fixe-Termine zwischen Stefanie Seiler und Jürgen Zimmer, als dem zuständigen Beigeordneten von Otterstadt, stattfinden sollen. Weiterhin werden Vertreter der Stadt als Gäste an Ausschusssitzungen das „Pionier Quartier“ betreffend teilnehmen und den Ausschussmitgliedern für Auskünfte zur Verfügung stehen.

Infoveranstaltung für Bürger

Im Herbst soll es laut Pressemitteilung zudem eine Informationsveranstaltung für die Speyerer und Otterstadter Bürger geben, die den Auftakt zu weiteren Bürgerversammlungen darstellt. Sofern es die Rahmenbedingungen zulassen, ist eine gemeinsame, öffentliche Radtour mit der Oberbürgermeisterin und dem Beigeordneten geplant, bei der die zu entwickelnden Flächen „angefahren“ werden sollen.

Einigkeit herrscht nämlich auch hier: „Wir werden als Stadt von den ehemals angedachten Entwicklungsplänen oberhalb der Kreisstraße 23 Abstand nehmen und die für die Landwirtschaft so wichtigen Flächen natürlich erhalten. Je größer, desto besser, kann nicht unsere Devise sein, wenn es darum geht, das für uns wichtige Wohn- und Gewerbegebiet im Norden Speyers zu entwickeln“, stellt die Stadtchefin klar.

Entsprechend wird die Machbarkeitsstudie, die als Grundlage der Bewerbung der Stadt Speyer für die Landesgartenschau 2026 dient, aussehen. Eine Bewerbung unter Einbeziehung der Gemeinde Otterstadt ist für beide Seiten vorstellbar, sie ist aber nicht zwingend. „Wir werden die Otterstädter natürlich befragen und erst dann entscheiden, ob wir uns in welcher Form auch immer der Speyerer Bewerbung anschließen“, sagt Zimmer.

Die Stadt Speyer hatte bereits im Vorfeld der Entscheidung im Stadtrat für eine Bewerbung betont, dass es eine Landesgartenschau nur mit den Bürgern und in deren Sinne geben kann, so die Mitteilung. zg

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