Speyer

Historischer Ratssaal Sechs Millionen Exemplare / Sonderzuschlag für Wohlfahrtsverbände

Kathedrale von Chartres ziert eine Briefmarke

Speyer.Großer Bahnhof für ein kleines Format. Und eine besondere Ehre für Speyers französische Partnerstadt Chartres, deren Kathedrale nun eine Weihnachtsbriefmarke der Deutschen Post ziert. Herausgeber der sechs Millionen Exemplare umfassenden Auflage ist das Bundesministerium der Finanzen. Zur gestrigen Erstvorstellung der Sondermarke im Historischen Ratssaal war eigens eine Delegation aus Chartres unter Leitung des stellvertretenden Bürgermeisters Patrick Geroudet angereist. Ebenfalls anwesend waren mehrere Repräsentanten des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine, zu denen die Pfalz und damit auch Speyer zählt.

Das mehrfarbige Sonderpostwertzeichen im Format 44,20 mal 26,20 Millimeter zeigt ein Kirchenfenster der Kathedrale Notre Dame von Chartres. Motivisch handelt es sich um ein Detail des Menschwerdungsfensters, das sich an der Westfassade des weltberühmten und 1979 von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannten Kirchenbaus befindet. Die Sonderbriefmarke ist eine sogenannte Zuschlagsmarke. Was bedeutet, dass zusätzlich zum eigentlichen Portowert von 80 Cent ein Spendenzuschlag von 40 Cent erhoben wird. Der Zuschlag kommt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege zugute und fließt somit unmittelbar in die soziale Arbeit der Wohlfahrtsverbände ein.

Seiler lobt die Partnerschaft

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler freute sich in ihrem Grußwort, dass die Premiere zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens sowie Briefmarkenfreunde und Weggefährten der Städtepartnerschaft zusammengeführt habe. Mit Blick auf die zwischen 1194 und 1260 erbaute französische Kathedrale sprach die Stadtchefin von einem Meisterwerk der Hochgotik. „Die über 170 farbenprächtigen Kirchenfenster tragen mit dazu bei, dass viele Besucher den Innenraum als magischen Ort empfinden“, betonte Seiler. In weiteren Ausführungen unterstrich die Oberbürgermeisterin das hervorragende Verhältnis zu Chartres. Sie erinnert rückblickend an die großartigen Feierlichkeiten zum 60-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft, das über 100 Speyerer an Christi Himmelfahrt mit ihren französischen Freunden in Chartres gefeiert hätten.

Chartres stellvertretender Bürgermeister Patrick Geroudet führte aus, dass die Sonderbriefmarke auch in Bezug auf die lebendige Partnerschaft beider Städte einen tiefen symbolischen Wert habe. Mit ihrem Kauf erwerbe man zudem nicht einfach nur eine Briefmarke, denn mit dem Zuschlag könne für andere Menschen etwas Gutes getan werden, sagte Geroudet. Der Kommunalpolitiker ließ ferner anklingen, dass er bei der französischen Post anregen wolle, quasi als Gegenleistung eine Briefmarke mit Speyerer Motiv herauszugeben. Animieren könnte die Franzosen eine Anmerkung von Dieter Schaile. Der Vorsitzende des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine im Bund Deutscher Philatelisten wies darauf hin, dass die Briefmarke nun möglicherweise weltweite Adressaten erreichen werde und somit ein toller Werbeträger für die Speyerer Partnerstadt sei.

Am Vorstellungstag boten die Deutsche Post und der Briefmarkensammlerverein Speyer neben der neuen Weihnachtsbriefmarke einen Ersttagsbrief mit philatelistischem Sonderstempel an.

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