Speyer

Kirchenstatistik Bistum Speyer und evangelische Kirche der Pfalz legen Zahlen vor

Konfessionen büßen weiter Mitglieder ein

Archivartikel

Speyer.Das Bistum Speyer und die evangelische Kirche der Pfalz haben ihre Statistik für das Jahr 2017 veröffentlicht: Das Bistum zählte zum Ende des vergangenen Jahres insgesamt 527 950 Katholiken. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von rund 9500 Gläubigen. Auch die evangelische Kirche hat weiter Mitglieder verloren. Demnach sank die Zahl um 1,98 Prozent auf 515 627.

„Wir nehmen diese Entwicklung realistisch wahr, gleichzeitig wollen wir durch eine zugewandte Seelsorge und eine Verkündigung auf Höhe der aktuellen Fragen und Herausforderungen deutlich machen, dass der christliche Glaube eine positive Perspektive bereithält, für das persönliche Leben ebenso wie für die Gesellschaft insgesamt“, erklärt Generalvikar Andreas Sturm für die Zahlen des Bistums.

Katholiken: 4200 Austritte

Rund 41 000 Kirchenmitglieder besuchten sonntags einen Gottesdienst. Das entspricht einem Anteil von knapp acht Prozent aller Gläubigen. Leicht zugenommen hat die Zahl der Bestattungen (6433). Bei der Zahl der Taufen (3.301), der Erstkommunionkinder (3565), der Firmlinge (1896) und der Trauungen (867) ist hingegen eine leicht rückläufige Entwicklung festzustellen. Die Zahl der Kirchenaustritte lag bei rund 4200 im vergangenen Jahr. Demgegenüber hat sich die Zahl der Kircheneintritte leicht nach oben bewegt (223), was vor allem auf eine höhere Zahl von Wiederaufnahmen (161) zurückzuführen ist.

Die Zahl der Gläubigen in den einzelnen Pfarreien bewegt sich in einer Spanne zwischen 1.966 in der Pfarrei Heiliger Franz Xaver in Lauterecken bis zu 16.387 in der Pfarrei Pax Christi in Speyer. Zum Jahresende 2017 waren 154 Diözesanpriester, 44 Diakone, 114 Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sowie 122 Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten in der Seelsorge des Bistums Speyer tätig.

Protestanten: 4441 Austritte

Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Landeskirche stieg um rund 5,79 Prozent (243 Personen) auf 4441. Im selben Zeitraum gab es landeskirchenweit 4825 evangelische Taufen und Eintritte. Signifikant bleibt die hohe Zahl der Beerdigungen: 7490 Menschen aus dem Bereich der Landeskirche wurden 2017 kirchlich bestattet. Rund 4000 Mitglieder haben durch Wegzug aus dem Kirchengebiet die Pfälzische Landeskirche verlassen.

„Auch wenn die Austrittszahlen den üblichen Schwankungen der vergangenen Jahre unterliegen, bleibt es eine Herausforderung für alle Bereiche der Kirche, Vertrauen zu schaffen durch gute und überzeugende Arbeit“, erklärte Oberkirchenrat Dieter Lutz zu den neuen statistischen Zahlen. Ziel der Landeskirche sei es, an den Orten präsent zu bleiben, die für das Leben der Menschen bestimmend sind. Dazu zählten zum Beispiel Kindergärten und Schulen, aber auch diakonische Einrichtungen der Lebenshilfe und Pflege. Auch die Präsenz in den Dörfern und Städten durch einen unverändert guten Personalschlüssel von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer pro 1900 Gemeindeglieder ermögliche die direkte Ansprache und Begleitung, sagte Lutz.

Über 260 000 Gottesdienste

Der für das Statistikwesen zuständige Oberkirchenrat verwies zugleich auf Zahlen, die eine lebendige und vielfältige Gemeindearbeit dokumentierten. So wurden 2017 über 260 000 Gottesdienste, darunter zahlreiche Jugend- und Familiengottesdienste, gefeiert. Die Zahl der Gottesdienstteilnehmer reiche von rund 13 500 am Sonntag Invokavit (der erste Sonntag in der Passionszeit) bis zu rund 150 000 am Heiligen Abend. Hinzu kämen die rund 8 600 Gottesdienste aus Anlass von Taufen und Bestattungen.

Die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen außerhalb der Gottesdienste, von der Eltern-Kind-Gruppe bis zur Kirchenmusik, belaufe sich auf rund 357 300. „Wir sind als Volkskirche eine Beteiligungskirche“, sagte Oberkirchenrat Lutz. Zugleich unterstrich er, dass „eine protestantische Kirche auch kritische Gläubige brauche, „die sich jedoch bei aller Auseinandersetzung in Einzelfragen solidarisch mit der Gemeinschaft verhalten“. zg

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