Speyer

Lesefestival Buntes Spektakel macht den Abschluss der Aktion "Die Pfalz liest für den Dom"

Kurzweilig und fantasievoll

Speyer.Die Maximilianstraße war eine belebte Bühne, der Kaiserdom eine majestätische Kulisse für das Festival "Lies Mal!" am Samstag. Mit dem Lese-Spektakel endete die Jahresaktion "Die Pfalz liest für den Dom" der "Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer". Ein Jahr lang wurden pfalzweit Lesungen oder Veranstaltungen rund um Sprache, Bücher und das Lesen angeboten. 30 000 Euro spielte die Aktion zugunsten des Salierdomes ein, allein am Festivaltag spendeten die Besucher 2500 Euro.

Die rund 30-köpfige Künstlergruppe um die Dozentin und Theaterwissenschaftlerin Èva Adorján zogen zu Beginn des von der "Rheinpfalz" initiierten Festivals von der Alten Münz' zum Dom und sangen "heute lesen wir für den Dom". Dominierende Blickfänger waren dabei die beiden über fünf Meter großen Stelzenläufer "Anemon & Lotus" mit ihren selbstgeschneiderten Kostümen mit luftgefüllten Tentakeln, Geschöpfe, wie aus einer anderen Welt. Mit majestätischer Eleganz verwandelten sie die Innenstadt in eine poetische Traumlandschaft mit Leseinseln und mit nur wenigen Requisiten ausgestatteten Aufführungsorten.

Lieblingsautor der Pfälzer

Olek Schneider spielte den Mann ohne Namen aus Sebastian Fitzeks Buch "Noah". Er wollte nicht wissen, wer er wirklich war und "plasch" tauchte er ab in die Unwissenheit, in das Wasser des Brunnens vor der Münz'. Für diese Performance kam das meiste Spendengeld zusammen und so wurde der Thriller-Autor zum Lieblingsautor der Pfälzer gekürt. An zehn Orten erwachten Romanfiguren, die Landauer Studenten im Fach Darstellendes Spiel am Zentrum für Kultur- und Wissensdialog der Universität Koblenz Landau (ZKW), unter der Leitung von Dr. Anja Ohmer, in Szene setzten.

Palzki-Autor Harald Schneider war in der Polizeidirektion selbst dabei, als die Studierenden eine Szene darstellten, bei Hesse in der Glaspyramide wurden, wie andernorts auch, die Zuschauer in das Spiel mit einbezogen, Astrid Lindgrens "Die Gebrüder Löwenherz" wurden im Garten der Dreifaltigkeitskirche aufgeführt, vor der Flüchtlingsunterkunft Tor zur Pfalz ging es um ein Flüchtlingsdrama aus dem Werk von Rafik Schami. Im Anschluss daran stellte Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel den Autor vor und las ein Kapitel über Damaskus.

Zwischendurch genossen Besucher eine Tasse Kaffee oder flanierten über den Domplatz, wo ein Hörspielzelt zum Verweilen einlud oder ein Papiertheater vor allem Kinder in seinen Bann zog.

"Ich war begeistert und so entspannt, dass ich zu träumen begann. Dabei habe ich ganz die Zeit vergessen." Von den hunderten Besuchern der szenischen Lesungen war nur pure Begeisterung zu hören. Die Spielorte waren zeitweise so gut besucht, dass die Besucher auf die nächste Veranstaltung vertröstet werden mussten, denn alle szenischen Lesungen wurden den ganzen Nachmittag über wiederholt.

Die Abschlussveranstaltung war nicht schrill und laut, dafür bunt, kurzweilig und fantasievoll. Ein inspirierendes Festival zum Abschluss der Aktion "Die Pfalz liest für den Dom", das zusätzlich von bestem Sommerwetter belohnt wurde. kmr

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