Speyer

Ausstellung Josef Beck stellt in der Volksbank tages- und jahreszeitliche Stimmungswechsel aus

Licht und Weite des Ozeans auf Leinwand

Archivartikel

Speyer.Nach der Fusion mit der RV Bank Rhein-Haardt zur „Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz“ setzt die bisherige Volksbank Kur- und Rheinpfalz ihre schon zur Tradition gewordene Ausstellungstätigkeit unter neuem Namen weiter fort. Erster Nutznießer nach dem Zusammenschluss der beiden Geldinstitute ist der 1948 in Speyer geborene frühere Regierungsschuldirektor und bereits seit 1992 als freischaffender Künstler tätige Josef Beck, dessen Werke bis Donnerstag, 12. Dezember, in der Dialogzone der Hauptstelle zu sehen sind. Zu finden ist die alte und neue Hauptstelle unverändert in der Bahnhofstraße 19.

Bei der gut besuchten Eröffnungsveranstaltung betonte Vorstandssprecher Rudolf Müller, dass die Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz mit einer Bilanzsumme von rund fünf Milliarden Euro und einem Personalstand von etwa 800 Mitarbeitern zur zweitgrößten Genossenschaftsbank in Rheinland Pfalz aufgestiegen sei. Nach kritischen Hinweisen auf die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank und einer daraus resultierenden negativen Kostenstruktur der Bank dankte Müller dem ausstellenden Künstler, der zehn Prozent des Erlöses aus dem Bilderverkauf für die „Speyerer Kindertafel“ spenden will.

„Meerdavon“ hat Josef Beck seine fassettenreiche Werkschau betitelt, die unter Einschluss tages- und jahreszeitlicher Stimmungswechsel an Meeresküsten gemachte Wahrnehmungen widerspiegelt. Licht, Bewegung und Weite des Ozeans hat der Künstler nicht nach der Realität abgebildet, sondern nach eigenen Sinneseindrücken malerisch verarbeitet.

Poetisch anmutende Stille

So sind überwiegend in sich ruhende Werke entstanden, in denen Beck fast gänzlich auf Staffagen verzichtet. Menschen als schmückendes Beiwerk spielen überhaupt keine Rolle und Boote sind lediglich vereinzelt zu erkennen. Obwohl die teilweise zur Betonung feiner Strukturen mit Sand von der Atlantikküste angereicherten Kompositionen in Acryl auf Leinwand überwiegend von einer poetisch anmutenden Stille bestimmt werden, hat der Künstler die Wildheit des Ozeans nicht völlig ausgeschlossen.

Kunsthistorikerin Dr. Cornelia Vagt-Beck stellte bei der Vernissage die Arbeiten ihres Ehemannes vor. Ihre Ausführungen leitete sie mit folgendem Zitat von Wilhelm Steinhausen ein: „Am Ufer des großen Meeres, das mit der Gewalt der Ewigkeit zu uns zu sprechen scheint, kann man sich vorstellen, man wandelte so an der Grenze der Zeit“. In Anlehnung an das Zitat betonte die Kunsthistorikerin, die der Natur innewohnende Kraft finde ihren Ausdruck auch in der Faszination des Meeres. All dies sei in den Bildern nachvollziehbar, die der Maler unter Verzicht auf die klassische Perspektive gefertigt und zur Betonung von Räumlichkeit und Tiefe den Küstenlinien und Horizonten besondere Bedeutung beigemessen habe.

Das Gesagte können Besucher in der Kunstschau an stimmungsvollen Arbeiten wie „Seenebel im Abendrot“, ,,Sturmtief“ oder „Still ruht der See“ nachvollziehen. Mit der teils kraftvollen oder zur meditativen Stille einladenden Farbgebung sind sie nach Vagt-Beck auch als Ausgleich zur lärmenden Schnelllebigkeit und konsumorientierten Hektik unserer modernen Welt zu verstehen. Passend zum Ausstellungsthema begleitete Helmut Rausch am Schifferklavier mit Seemannsliedern von James Last, Freddy Quinn und anderen Größen des Genres die Ausstellungseröffnung.

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