Speyer

Bauverein Gedächtniskirche Für besseres Licht und guten Ton gesorgt / Orgel als nächster Schritt

Luthers Erleuchtung

Speyer.Martin Luther erstrahlt in neuem Glanz. Warum das so ist, erläutert Dekan Markus Jäckle bei der Mitgliederversammlung des Bauvereins Gedächtniskirche. Zu den thematischen Schwerpunkten des Jahrestreffens gehörten das zum Abschluss gebrachte neue Beleuchtungskonzept für den Innenraum des Gotteshauses und die Neuinstallierung einer Vorhallenbeleuchtung, die nicht nur den streitbaren Reformator ins richtige Licht rückt.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, nämlich am 2. September 2017, haben wir unsere Leser erstmals übers neue Beleuchtungskonzept informiert. Seinerzeit stand der vom Mannheimer Lichtdesigner Johannes Bähr konzipierte Plan für das Innere der 1904 eingeweihten Kathedrale kurz vor seiner Vollendung.

In der Folge traten jedoch technische Probleme bei der Lichtsteuerung auf, die durch die Installation eines zusätzlichen Steuerungscomputers behoben werden konnten. Nun funktioniert alles bestens und das System ohne sperrige Kronleuchter ermöglicht einen unverstellten Blick in den Kirchenraum mit seinen großartigen Glasfensterzyklen. Die Weite des Raumes kommt optimal zur Geltung und mit farbigem Licht können verschiedene Szenarien wunderbar hervorgehoben werden.

Erfreuliches konnte Vereinsvorsitzender Jäckle auch über das neue Beleuchtungskonzept der Vorhalle berichten, das den streitbaren Reformator Martin Luther gegenüber den ihn umgebenden Fürsten der Protestation von 1529 deutlicher als bisher in Szene setzt. Bestrahlt von einem starken, aber kalten weißen Licht, hebt sich die große Statue in der Mitte deutlich von den in warmes Licht getauchten Fürsten ab. Auch die Glasfenster werden mit LED-Leuchten bestrahlt. Von der Schützenstraße kommend, hat man bei Dunkelheit einen wunderbaren Blick auf eine Szene im Fenster über dem Hauptportal, die Luther bei der Verbrennung der Bannbulle zeigt. Beleuchtet wird die Vorhalle von 20 bis 24 Uhr. Sie wird winterlichen Dunkelphasen angepasst.

Besserer Hörgenuss

Positives konnte Jäckle auch bezüglich der neuen Akustikanlage vortragen. Von der Landeskirche finanziert und von zwei Fachfirmen aus Speyer und Östringen installiert, wurde ein ärgerliches Manko behoben. Bisher seien die Stimmen der Prediger nicht überall im Raum zu hören und nur schlecht zu verstehen gewesen. Dank einer enormen Qualitätssteigerung der akustischen Verhältnisse gehöre dieses Manko endlich der Vergangenheit an, so der Dekan.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die neue Chororgel, deren Einbau durch eine Bonner Firma im ersten Halbjahr 2021 erfolgen soll. Nach derzeitigem Stand belaufen sich die Kosten auf 530 000 Euro. Bis auf 30 000 Euro sei die Finanzierung gesichert. Die fehlenden Mittel will sich der Bauverein durch verschiedene Fundraising-Aktionen beschaffen. Zukunftsmusik ist hingegen noch die Sanierung der großen Kleuker-Orgel, die mit 95 Registern als größte in Südwestdeutschland gilt. Jäckle schätzt den Aufwand auf 1,5 Millionen Euro. Angedacht ist eine noch nicht terminierte Bestandsaufnahme durch ein Expertenteam. Insgesamt, so der Vorsitzende, könne man mit dem bisher Geleisteten sehr zufrieden sein.

Die Versammlung schloss mit einem Vortrag von Oberkirchenrat i. R. Dr. Klaus Bümlein über das von ihm und Dr. Armin Schlechter vom Landesbibliothekszentrum im Frühjahr herausgegebene Buch „Emil Lind und Albert Schweitzer“. Über die Erstvorstellung des literarischen Werkes, in dem Schlechter und der ehemalige Bildungsdezernent der Evangelischen Landeskirche die nahezu lebenslange Bekanntschaft des Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer (1875-1965) mit dem Speyerer Pfarrer Emil Lind (1890-1966) beleuchten, hat die SZ/HTZ in der Ausgabe vom 14. März ausführlich berichtet. Bümlein schloss mit einem Zitat von Schweitzer, der gesagt habe: „Mein Leben wird von Jahr zu Jahr erfüllter und deshalb immer schwerer durchzuhalten.“

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