Speyer

Feuerbachhaus Johannes Doerr zeigt in Ausstellung "Weitsichten" seine Verbundenheit zu Speyer

Malerische Streifzüge durch die Domstadt

Archivartikel

Speyer.Malerische "Weitsichten" zeigt der Speyerer Künstler Johannes Doerr im Feuerbachhaus. Die Ausstellung in der Allerheiligenstraße 9 wird am heutigen Donnerstag um 19 Uhr eröffnet. Monika Kabs, Bürgermeisterin und Vorsitzende des Fördervereins Feuerbachhaus, heißt die Gäste willkommen. Anschließend führt Mira Hofmann, Kuratorin des Museums Feuerbachhaus, in die Ausstellung des Autodidakten ein, der sich seit 1980 mit Malerei beschäftigt.

Der künstlerische Weg von Johannes Doerr war im weitesten Sinne vorgezeichnet. Zur eigenen Begabung gesellten sich der berufliche Werdegang als Schriftsetzer und das musisch-malerisch geprägte Elternhaus. Bereits der 1999 verstorbene Vater von Johannes Doerr war für seine außergewöhnlichen Kompositionen mit organisch-dynamischen Formstrukturen bekannt. Meist mit Öl- oder Acrylfarben gemalt, weisen sie im Spätwerk zunehmend abstrakte Züge auf.

Sohn Johannes pflegt stilistisch und technisch andere Ansätze. Zur Fertigung impressionistisch beeinflusster Kompositionen auf Papier favorisiert er Aquarellfarben, die er nur im Ausnahmefall mit Acrylfarben kombiniert. Seinem Werdegang ist zu entnehmen, dass er in den 80er Jahren Seminare bei einer Privatdozentin in Stuttgart und Malkurse an der dortigen Volkshochschule belegte. Zudem hat sich der in Speyer als Stadtratsmitglied kommunalpolitisch engagierte Doerr auf verschiedenen Malreisen im In- und Ausland künstlerisch weiter gebildet.

1991 stellte er erstmals öffentlich aus. Dem Premierenerfolg schlossen sie weitere Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen an. Arbeiten von ihm waren unter anderem in folgenden Einrichtungen zu sehen: Kunstverein Speyer, Altstadtgalerie Speyer, Galerie Nisters, Zehnthaus Römerberg und Bürgerhaus Dudenhofen. Seine Biografie weist ferner die Beteiligung an zwei Symposien über Landschaftsmalerei in Kirn aus.

Ausreißer in Pfälzerwald und Elsass

Im Feuerbachhaus wird die Liebe des in Bolanden (Donnersbergkreis) geborenen Malers zu seinem Lebensmittelpunkt Speyer und dem näheren Umland in 25 Arbeiten sichtbar. Ausnahmen bestätigen die Regel und so sind einige Kompositionen zu sehen, auf denen Doerr in naturnahen Farben Eindrücke vom Pfälzerwald, dem Nordpfälzer Bergland und dem französischen Wissembourg malerisch verarbeitete.

Aus dem Rahmen fallen zudem drei Stillleben und vor allem das Werk "Grablege Adenauerpark". Dargestellt ist das Grabmal von Bundeskanzler a. D. Helmut Kohl unmittelbar nach der Beisetzung. Vor dem Hintergrund der Kirche St. Bernhard erinnert der rote Kranz der Witwe daran, wer hier begraben liegt.

Überwiegend wird den Besuchern jedoch ein malerischer Streifzug durch Speyer geboten. Bedeutende Bauwerke wie Kaiserdom und Gedächtniskirche sind in lebendige Szenen mit oftmals vielen Menschen eingebettet. Ob der "Alte Marktplatz" am Georgs-Brunnen, Einsichten in Straßenzüge und Gassen oder der Blick auf die Dächer der Altstadt - alle Werke hat Doerr ganz im Sinne der Impressionisten direkt in der Natur beziehungsweise vor Ort gemalt. Das gilt selbst für eine Winterlandschaft vom Hochufer in Römerberg-Berghausen, die bei leichten Minusgraden entstanden ist.

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