Speyer

Mann flieht nach Verurteilung aus Speyerer Amtsgericht

Aus der Arrestzelle des Speyerer Amtsgerichts ist ein Untersuchungshäftling entwischt. Der 41 Jahre alte Mann habe am Dienstag ein sogenanntes Lochblech vor der Innenseite des nicht vergitterten Fensters entfernt und damit die Scheibe eingeschlagen, berichtete ein Sprecher des Justizministeriums in Mainz am Freitag. "Wir gehen davon aus, dass die bauliche Ausstattung in der Arrestzelle nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprochen hat", ergänzte er.

Sicherheitshalber sollen nun alle Arrestzellen in den rheinland-pfälzischen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten überprüft werden. Es gehe um etwa 50 Gerichte, die je nach Größe über eine oder mehrere Zellen verfügten. 

Der Häftling war kurz zuvor vom Amtsgericht zu einer Haftstrafe von 14 Monaten verurteilt worden, weil er in ein Auto eingebrochen sein und daraus Geld gestohlen haben soll. Davor hatte er in Karlsruhe eingesessen, weil ihn das Amtsgericht Mannheim wegen versuchten Einbruchdiebstahls zu 15 Monaten Haft verurteilt hatte. Beide Urteile sind nach Angaben des Sprechers noch nicht rechtskräftig.

Nach dem Urteil am Dienstag sei der Mann in die Zelle gebracht worden, wo er bis zum Abtransport ins Gefängnis bleiben sollte. 20 Minuten später hätten die Beamten Glas klirren gehört. "Er hat es geschafft, das Lochblech aus der Wand zu reißen, damit die Scheibe eingeschlagen und ist über den Hof in die Stadt entwischt", sagte der Sprecher. Die Gerichte müssen nun bis kommende Woche Fotos ihrer Arrestzellen schicken, damit diese begutachtet werden können. (dpa/lrs)

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