Speyer

Jubiläum Literarischer Verein der Pfalz feiert sein 140-jähriges Bestehen / 28 Teilnehmer machen beim Dichterwettbewerb mit

„Meine Heimat liegt im Blauen“

Archivartikel

Speyer.Mit einer Hommage an die Pfalz und ihre Dichter feierte der Literarische Verein der Pfalz sein 140-jähriges Bestehen. Bei der Jubiläumsveranstaltung im Historischen Ratssaal betonten alle Redner die Bedeutung der Literatur für Sprache und Bildung. Von der Speyerer Sektion Spira ausgerichtet, stand der Abend unter dem Motto „Meine Heimat liegt im Blauen“. Vorbild war eine Gedichtzeile des in Speyer geborenen Bühnenautors und Lyrikers Martin Greif (1839 bis 1911).

An Greif, der eigentlich Hermann Frey hieß, erinnert eine Gedenkstätte im ersten Stock des Museums „SchPIRA“ auf dem Areal des Judenhofes. Zudem ist eine Straße nach ihm benannt. Die erste Zeile des Gedichtes stand zudem Pate für einen Dichterwettbewerb, den der Literarische Verein anlässlich des Jubiläums in den Disziplinen Lyrik und Prosa ausgeschrieben hatte und an dem sich 28 Personen beteiligten.

In Neustadt ins Leben gerufen

Zum Auftakt der dreistündigen Jubiläumsfeier erinnerte die Speyerer Sektionsleiterin Sonja Viola Senghaus an die Gründung des Vereins, der am 15. September 1878 zunächst als „Verein pfälzischer Schriftsteller, Künstler und Freunde von Kunst und Wissenschaft“ in Neustadt ins Leben gerufen wurde.

Vereinsgründer seien seinerzeit ausschließlich Männer gewesen, blickte Senghaus auf eine in jener Zeit durchaus übliche Praxis zurück. In unserer aufgeklärten Gesellschaft sei das jedoch kein Problem mehr und so wundere es nicht, dass im Literarischen Verein der Pfalz Frauen im Vorstand und als Sektionsleiterinnen tätig seien, betonte Senghaus.

Mit Birgit Heid, die im November 2016 den langjährigen Vorsitzenden Dr. Klaus Haag ablöste, führt derzeit auch eine Frau den Verein, der sich nach ihren Ausführungen als Dach der pfälzischen Literaturszene versteht und zu den ältesten literaturfördernden Organisationen in Deutschland zählt. Heid verhehlte nicht, dass das Interesse der Allgemeinheit an Literatur in den Gründerjahren recht gering gewesen sei und landeskundlich-historische Werke jahrzehntelang einen Schwerpunkt gebildet hätten.

Auch dank dem Wirken des Literarischen Vereins hätten sich im Laufe der Zeit weitere Stilrichtungen entfalten können. So würden bei Gruppentreffen von Autoren Texte besprochen, Erfahrungen ausgetauscht und intensive Gespräche über Formulierungen geführt. „Um die Bedeutung der Sprache und des freien Wortes wissend, verstehen sich die Mitglieder als Förderer der Literatur und bringen in diesem Sinne Ideen und Überzeugungen zum Ausdruck“, bekräftigte Heid.

Oberbürgermeister Hansjörg Eger unterstrich mit dem Hinweis auf den „Tag der Alphabetisierung“ ebenfalls die Bedeutung von Sprache, Lesen und Schreiben für die Gesellschaft. Gerade in Zeiten eilig getippter und in grauenvoller Orthografie und Grammatik verfasster Kommentare in den sozialen Netzwerken benötige es mehr denn je Organisationen wie literarische Vereine, betonte der Stadtchef.

Erinnerung an Novalis

Nachdem der ehemalige Vorsitzende Wolfgang Diehl mit einem Heimatgedicht die Zuhörer in seinen Bann gezogen hatte, trugen sieben aktive Spira-Mitglieder selbst verfasste Texte vor, mit denen sie an den Romantiker Novalis, den bereits erwähnten Marin Greif und die pfälzische Mundartdichterin Lina Sommer erinnerten. Die Hommage an die Pfalz, ihre Dichterinnen und Dichter klang mit der Preisverleihung in den Kategorien Lyrik und Prosa aus. Für die musikalische Begleitung sorgten Michael Heid (Mundharmonika) und Benno Burkhart (Gitarre), die als „Duo Bluesette“ mit eigenen Swing-, Pop- und Latin-Interpretationen unterhielten.

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