Speyer

Messlatte selbst sehr hoch gelegt

Matthias Mühleisen ist gespannt auf den „neuen Stil“ Seilers

Stefanie Seiler hat erreicht, was zu erreichen sie stets gewiss zu sein schien: Sie löst Hansjörg Eger im kommenden Jahr ab und wird erste Oberbürgermeisterin Speyers – ein historischer Erfolg. Dass sie Chancen darauf hat, hatte ihr Ergebnis im ersten Wahlgang vor 14 Tagen gezeigt, als sie ganze 168 Stimmen weniger holte als Eger und dessen Amtsbonus nahezu egalisierte. Bei der Stichwahl siegte sie mit einem Vorsprung von 825 Stimmen mit einer Deutlichkeit, die sie selbst nicht erwartet hatte.

1402 Menschen mehr als am 27. Mai haben der hauptamtlichen Beigeordneten gestern ihr Vertrauen geschenkt, Hansjörg Eger hat nur 409 dazugewonnen. Ob der Großteil der Wähler, die zunächst für Grünen-Kandidatin Irmgard Münch-Weinmann gestimmt hatte und wer der Wahl diesmal komplett fernblieb, darüber lässt sich nur spekulieren.

Sicher dagegen scheint, dass die Speyerer offenbar mehrheitlich kein Problem mit dem offenen Konfrontationskurs hatten, den Seiler und ihr Team im sehr engagiert und kreativ geführten Wahlkampf fuhren.

Wie der „neue Stil“, den die Herausforderin plakativ angekündigt hat, konkret aussehen wird und wie sie ihre Überzeugung, dass Speyer „mehr kann“, in spürbare Resultate umsetzt, wird eine spannende Frage für die Domstadt. Bei ihrem Hauptthema bezahlbarer Wohnraum wird sich Seiler im Laufe ihrer Amtszeit messen lassen müssen.

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet eine Kandidatin die SPD nach zwei Dutzend Jahren aus dem Tal der Tränen holt, die ihre Partei auf all ihren Werbeträgern außen vor gelassen hat.

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