Speyer

Technik-Museum Zum Bulldog-Treffen kommen zahlreiche Besucher in die Stadt am Rhein

Mit dem Lanz zum Dom

Archivartikel

Speyer.Das Technik-Museum wurde gestern zum Eldorado der Bulldog- und Traktorenfreunde. Tradition hat das Lanz-Treffen mittlerweile. Alljährlich kommen mehrere tausend Besucher an zwei Tagen zusammen, um die Liebhaberstücke in Augenschein zu nehmen. Sogar aus der Schweiz waren diesmal Teilnehmer angereist.

Der helvetische Hürlimann, Baujahr 1952, ist ein Hingucker im Eingangsbereich. „Was’n Bock“, bringt ein Besucher seine Faszination spontan zum Ausdruck und zückt im nächsten Moment den Fotoapparat, um das Schmuckstück mit der deutschen und der schweizerischen Flagge im Bild festzuhalten.

Leichtgewicht unter den Traktoren

Mit 1705 Kilo ist der Hürlimann, Typ D 100, ein Leichtgewicht im Vergleich mit seinen rollenden Kollegen ringsherum. Der Lanz Bulldog D 9506, der gegenüber steht, hat nicht nur mehr Jahre auf dem Buckel, sondern bringt auch mehr Kilo auf die Waage. Das gute Stück ist Baujahr 1938 und wiegt 3040 Kilo. Der Ursus an seiner Seite bringt es sogar auf 4000 Kilo bei einem Hubraum von 10300 Kubikzentimeter. Ein wahres Kraftpaket.

Die stolzen Zahlen interessieren den zweijährigen Leonard noch nicht. Er hat Waldemar entdeckt, einen großen Plüschbären, der auf einer Seitenablage eines Güldners aus dem Jahr 1956 sitzt. „Das ist eine Seltenheit“, sagt sein Besitzer Klaus Rupp aus Speyer. Recht hat er, denn nur 5478 Stück des Modells sind produziert worden.

Güldner war Geburtstagsgeschenk

Erst seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag vergangenen Jahres ist Rupp der Herr seines eigenen Traktors. „Das war ein Geschenk meines Sohnes zu meinem 70. Geburtstag“, verrät er und lächelt. Schon immer sei es sein Traum gewesen, ein solches Fahrzeug sein Eigen zu nennen. Was er damit treibt? Rupp lacht und sagt: „Spazierenfahren.“

Sein erstes Traktortreffen erlebte der Domstädter im Mai dieses Jahres im pfälzischen Römerberg. Im Technik-Museum ist er zum ersten Mal als Teilnehmer dabei. Die nächste Zusammenkunft steht für Rupp auch schon fest: „Lustadt, am kommenden Wochenende.“

Leonard hat mittlerweile das Lenkrad für sich entdeckt und neben Waldemar auf dem Fahrersitz des Traktors Platz nehmen dürfen. Mama Mandy Fiegl beobachtet den kleinen Mann am Lenker und freut sich mit ihm über die neue Erfahrung. „Wir sind zum ersten Mal hier bei dem Treffen, weil Leonard so ein großer Traktor-Fan ist“, berichtet sie. In allen Größen stünden die Tracker zuhause im Kinderzimmer zum Spielen bereit.

Während sich die einen im direkten Dialog mit den fachlich versierten Teilnehmern die Zeit vertreiben, beobachten andere den Wettbewerb im Geschicklichkeitsfahren in einem abgesteckten Bereich. Sowohl ältere als auch jüngere Fahrer drücken auf die Tube, nehmen die engen Kurven und parken rückwärts zentimetergenau ein. Die Besten werden mit Preisen belohnt.

Tuckernde Ausfahrt

Am frühen Nachmittag gehen die alten Bulldogs und Traktoren auf Präsentationstour. Vor allem beim Wendemanöver auf dem Domplatz bleiben die Blicke der Spaziergänger an ihnen haften. Am Sonntagnachmittag machen sich die meisten rechtzeitig auf den Nachhauseweg. Klaus Rupp kann sich Zeit lassen dank des Heimvorteils. Die letzte Spazierfahrt des Wochenendes genießt er nochmals ausgiebig. mus

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