Speyer

Feuerwehr Kinder sind begeistert vom Tag der offenen Tür

Mit „Heimi“ das Löschen probiert

Archivartikel

Speyer.„Heimi 1“ steht bereit. Kritisch wird das rote Etwas von Erwachsenen und Kindern beäugt. Es braucht ein wenig Zeit, bis der Mut zum Zupacken geweckt ist. Dann aber wird „Heimi 1“ von einer Hand in die andere gereicht. Die Übung mit dem so benannten Feuerlöscher auf dem Hof der Feuerwache ist nur ein Erlebnis, das die Feuerwehr beim Tag der offenen Tür bereithält.

Klare Worte hat Stadtfeuerwehrinspekteur Michael Hopp beim offiziellen Einstieg in den familienorientierten Tag gefunden: „Wir haben Veränderungen erlebt und es werden noch einige auf uns zukommen“, waren seine Worte durch die Lautsprecheranlage über das Gelände transportiert worden. Mehr Einsätze, steigende Anforderungen technischer und gesellschaftlicher Art, schwierige Personalsituation – alles hat Hopp darin eingebunden.

Alle sind mit Feuereifer dabei

Die Kameraden wissen besser als alle anderen Bescheid. Aber: Sie stehen hinter ihrer Berufung, wie Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) den Einsatz der Floriansjünger bezeichnet. Und: Sie sind mit Feuereifer dabei, wenn es darum geht, dem Publikum einmal im Jahr einen Blick hinter die Kulissen zu bieten.

Gerade schält sich ein Familienvater aus einem Schutzanzug, der normalerweise von Mitgliedern des Gefahrstoffzuges getragen wird. Eine Sauerstoffflasche kommt zum Vorschein. Die Maske legt er als Letztes ab. Erst mal tief durchatmen – offensichtlich ist der Mann kräftig ins Schwitzen gekommen. Mit einem Schraubenschlüssel hat er eben noch an einem Rohr hantiert. Aus einem Leck dort ist „Lauge“ ausgetreten. Giftgrün ist das Wasser, das die Feuerwehr dafür präpariert hat.

„Wir wollen den Leuten zeigen, was der Gefahrstoffzug macht“, bringt es Marc Vidmayer auf den Punkt. Nicht zuletzt eines bekommen die Tester zu spüren: Die Feinmotorik wird durch überdimensionierte, störrische Handschuhe gehemmt. Vidmayer: „Man hat kein Gefühl in den Händen.“ Daher mache der Zug einmal im Jahr spezielle Übungen – zuletzt auf der Frühjahrsmesse an verschiedenen Geschicklichkeitsstationen. Nutzbringend üben mit Spaß lautet die Devise.

Nachhaltig wirken sollen die Informationen, die die Besucher in einem Zelt bekommen. Zuckerwattesüßer Geruch dringt heraus. Shishas qualmen darin. Gefährlich, wenn die Wasserpfeifen in geschlossenen Räumen benutzt werden. Das will die Feuerwehr damit vermitteln. Björn Schuster erklärt, warum: „Das Kohlenmonoxid, das beim Verrauchen des Kohlestaubs entsteht, bindet sich ans Blut und der Mensch erstickt quasi innerlich.“ Schon kurze Zeit nach dem Entzünden der Kohle beginnt das Messgerät des Trupps zu piepsen – die Gefahr beginnt.

Historisches Gerät wechselt sich auf dem Hof zur Besichtigung mit Hightech nach neuesten Standards ab. Anfassen, was normalerweise nur im Vorbeisausen gesehen wird, das ist heute erlaubt. Der Nachwuchs zeigt Geduld in der Warteschlange, die sich für die Rundfahrten im roten Riesen bildet. Unterhaltung für die Kinder gibt’s zudem bei der Jugendfeuerwehr. DLRG und Kindernotarzt ergänzen das Bild.

Zur Stärkung zwischendurch gibt’s reiche Auswahl, Erbseneintopf inklusive. Auch den Einsatz in der Feldküche beherrschen die Kameraden. Die Besucher sind Feuer und Flamme. Es herrscht ein Kommen und Gehen. Mehrere Tausend waren bis zum Abend bei ihrer Feuerwehr zu Gast.

Info: Noch mehr Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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