Speyer

St. Martha Interessante Erkenntnisse zur künstlerischen Therapien in der Caritas-Altenarbeit

Musik berührt Menschen

Speyer.Rund 80 Frauen und Männer aus ganz Deutschland trafen sich zum Symposium „künstlerischer Therapien in der Altenarbeit“ im Caritas-Altenzentrum St. Martha. Es fand im Zusammenhang mit dem Treffen des „Netzwerks Musiktherapie mit Alten Menschen (Almuth)“ statt.

Das Netzwerk findet sich im Zweijahresrhythmus in verschiedenen Orten in Deutschland zusammen. Organisiert hatte die Musiktherapeutin Eva-Maria Holzinger die Veranstaltung. Sie arbeitet seit einigen Jahren in der Domstadt mit den Bewohnern des Altenzentrums zusammen. Daher hat Einrichtungsleiterin Gudrun Wolter, die die Musiktherapie als sehr wertvoll erachtet, die Cafetéria für das Symposium zur Verfügung gestellt. „Eigentlich sind wir ja kein Tagungsort, aber die Musiktherapie, die wir hier anbieten, tut unseren Bewohnern so gut“, sagte die Einrichtungsleiterin.

Funktionierende Netzwerke

„Uns ist es wichtig, dass diese Netzwerktreffen im Feld, also in Alteneinrichtungen oder Kliniken, stattfinden. Schließlich sollen die Menschen, um die es in unserer Arbeit geht, dabei sein dürfen“.

Teilnehmer des Symposiums waren Therapeuten aus den Fachbereichen Musik, Kunst, Theater, Tanz und Clownerie sowie Experten und Quereinsteiger, aber auch Sozialpädagogen, die sich über diesen Bereich der Altenarbeit informieren wollten.

„Wir bekommen viel zurück“

Drei Tage lang fanden Vorträge und Workshops statt. Wichtig war den Teilnehmern und Dozenten vor allem der gegenseitige Austausch. Es wurde getanzt, gemalt, gesungen und gespielt. „Wir haben unfassbar viel zurückbekommen. Von den Teilnehmern aber auch von den Bewohnern“, erzählt Eva-Maria Holzinger begeistert.

Immer wieder hätten Senioren vorbeigeschaut und auch mitgemacht. „Eine Dame hat mir gesagt: Endlich wird hier mal getanzt“, sagte Eva-MariaHolzinger und lacht. Sie selbst habe an diesem Tag Musiktherapie in einem Wohnbereich angeboten und im Anschluss auch Bewohner mit zu den Workshops genommen. Man sehe, dass dabei etwas überspringe, dass die Menschen berührt werden. Kunst, egal ob Musik, Malerei oder Tanz sorge für Kommunikation und sozialen Austausch. Besonders gefreut haben sich Eva-Maria Holzinger und Gudrun Wolter, dass die Kunsttherapeutin, Anja Schulmann von der Praxis für intermediale Kunst und Bildung in Speyer, die im Altenzentrum mit den Bewohnern regelmäßig Aquarelle malt, spontan für einen kranken Dozenten eingesprungen ist.

„Gerade für Menschen mit Demenz ermöglicht gemeinsames Musizieren oder Malen Partizipation und Teilhabe auf Augenhöhe mit nicht von Demenz betroffenen Menschen“, erklärt Wolter. Das, was so oft auf dem Papier gefordert werde und doch im Alltag an Grenzen stoße, geschehe ganz automatisch. Fröhlich singende Senioren bei gemeinsamen Musikstunden und die bunten Aquarelle in der Dauerausstellung im Flur des Altenzentrums zeugen davon.

Allerdings müsse die Kunsttherapie, also die Besuche der Therapeutinnen Eva-Maria Holzinger und Anja Schulmann, über Spenden finanziert werden, erklärt Gudrun Wolter.

Die Einrichtungsleiterin würde gerne eigene Mitarbeiter zu Kunstgeragogen schulen lassen, um das Betreuungsangebot noch weiter zu verbessern. Aber auch in diesem Bereich sei sie auf externe Finanzierung angewiesen. „Unser normales Budget gibt das leider nicht her“, bedauert sie. Doch die Kunsttherapie im Altenzentrum St. Martha soll auf alle Fälle weitergehen. zg

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