Speyer

Pax Christi Maximilian Brandt folgt aus Rom dem Ruf nach Speyer

Nicht ganz gerader Weg zum Priester

Archivartikel

Speyer.Seit gut einem Monat ist Maximilian Brandt (32, Bild) der neue Domvikar und Kaplan in der Pfarrei Pax Christi , der früheren Dompfarrei. „Als Kaplan bin ich zuerst einmal ein Lernender“ beschreibt Brandt sein Selbstverständnis, denn die Stelle ist seine erste nach der Priesterweihe vor drei Jahren in Rom. Dort hat er insgesamt sechs Jahre Theologie studiert und nach dem Lizenziat noch seine Doktorarbeit geschrieben. Sein zweites Amt als Zeremoniar bei Pontifikalämtern im Dom beschreibt er „als so etwas wie ein Oberministrant. Ich kümmere mich um den Ablauf der Messe, bespreche alles mit dem Bischof, Musikern und Messdienern“.

„Die Ernennung zum Kaplan und Domvikar hat mich überrascht, aber ich freue mich sehr, hier zu sein“, sagt Brandt. Ihm ist es wichtig, mit den Menschen in der Pfarrei das Leben zu teilen, Kontakte zu pflegen, für Gespräche da zu sein. Er möchte Menschen vernetzen und Beziehungen zu Gott stärken und begleiten.

Die Moral der Hoffnung

Gerade in der jetzigen Zeit „ist es für uns als Kirche wichtig, Worte der Hoffnung zu finden, denn ohne diese Perspektive der Hoffnung, kann man nichts machen“, weiß Brandt. Schließlich hat er seine Doktorarbeit zum Thema „Kants Moral der Hoffnung“ geschrieben. Es fehlten nur noch ein paar Korrekturen, „dann kann ich hoffentlich im nächsten Jahr die Arbeit und das Promotionsverfahren abschließen.“ Ein Schwerpunkt seiner Aufgaben in der Pfarrei ist die Messdienerarbeit, weitere Bereiche werden dazukommen, wenn nach dem anstehenden Klausurtag des Pfarreiteams entschieden ist.

Der 32-jährige Seelsorger stammt aus Bad Dürkheim. Er war dort als Messdiener, Lektor und später als Jugendvertreter engagiert. Aber trotz seiner Verwurzelung im Glauben und dem immer wieder spürbaren Wunsch, vielleicht einmal Priester zu werden, begann er nach dem Abitur zunächst in Mannheim Politikwissenschaft zu studieren. „Ich habe mich lange mit der Frage beschäftigt, ob ich wirklich Priester sein kann und will, auch wenn Familie und Freunde mich darin bestärkt haben. Für mich wäre es auch vorstellbar gewesen, eine Familie zu gründen“, erklärt Brandt. Letztlich fiel die Entscheidung doch zugunsten des Priesterberufes und Brandt trat 2009 ins Speyerer Priesterseminar ein.

In Bamberg studierte er zunächst in Eichstätt und dann ein Jahr in Trier. „Danach hätte ich eigentlich in München weiterstudieren sollen, aber Regens Magin und Bischof Wiesemann schlugen mir vor, das Studium in Rom fortzusetzen“, berichtet der Seelsorger.

2015/16 kehrte Brandt zum Pastoraljahr ins Bistum Speyer zurück. Anschließend absolvierte er ein Lizenziatsstudium in Moraltheologie in Rom. Danach war die Rückkehr in die Pfalz geplant, aber er bekam das Angebot zur Promotion in Rom. Bei einer Pontifikalvesper am Nachmittag des Domweihfestes ist Kaplan Maximilian Brandt nun offiziell in sein Amt als Domvikar eingeführt worden. is

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional