Speyer

Gesundheitsamt OB Stefanie Seiler kritisiert den Kreis massiv

Nicht um jeden Preis am Status quo festhalten

Archivartikel

Speyer/Ludwigshafen.Die Speyerer Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler begrüßt die Debatte um ihre Forderung nach einem eigenen Gesundheitsamt für die Stadt und bekräftigt diese auch nach der von Land und Kreis geäußerten vorläufigen Ablehnung. „Die Corona-Pandemie und alle mit ihr einhergehenden Herausforderungen zeigen, dass die erhofften Vorteile durch die Zusammenlegung der Gesundheitsämter leider ausgeblieben sind. Im Gegenteil: Aufgrund der räumlichen Distanz wird das Krisenmanagement erheblich erschwert. Es ist daher an der Zeit, dass wir die Pandemie als Stresstest und Chance für unser Gesundheitssystem begreifen“, so Seiler in einer Pressemitteilung

Und weiter argumentiert die Sozialdemokratin: Dazu gehört es, dass wir überdenken und öffentlich diskutieren, was wir unter einer ordnungsgemäßen und flächendeckenden Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verstehen. Und, dass wir aus den jetzt gesammelten Erfahrungen die richtigen Schlüsse ziehen und notwendige Veränderungen in die Wege leiten. Wir befinden uns nicht nur wegen des Coronavirus in dieser Situation, sondern insbesondere, weil im Bereich des Personals und der Ausstattung des Gesundheitswesens jahrzehntelang an den falschen Stellen gespart wurde.“

Seiler sagt auch: „Eine für mich ganz zentrale Lehre aus den letzten Monaten ist, dass es unverzichtbar für eine Stadt in der Größe von Speyer ist, einen direkten und kurzen Draht zur Gesundheitsbehörde mit festem Ansprechpartner zu haben, der an den Lagebesprechungen teilnehmen und die sich zum Teil täglich ändernde Situation zeitnah wie auch unmittelbar an die kommunalen Entscheidungsträger rückspiegeln kann. Denn nur, wenn wir Veränderungen der Lage rechtzeitig kommen sehen und Entscheidungen ohne lange Dienstwege treffen können, haben wir eine realistische Chance frühzeitig zu reagieren. Die von Landrat Clemens Körner getätigten Aussagen überzeugen mich nach den Erfahrungen der letzten Monate leider nicht“, betont die OB.

Zuständigkeit zu weit gefasst

Politik dürfe nicht um jeden Preis am Status Quo festhalten, sondern müsse auf Verbesserungen ausgerichtet sein. Wir haben erst angefangen, uns für diese Forderung stark zu machen und werden in dieser Sache hartnäckig sein“, kündigt Seiler an. Das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises mit Sitz in Ludwigshafen und einer Zuständigkeit für die Städte Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer sowie den Landkreis sei für mehr als 425 000 Einwohner verantwortlich.

SPD-Landtagskandidat Walter Feiniler sieht das ähnlich: „Eine verbesserte Koordination wäre für uns alle wünschenswert. Als Landtagsabgeordneter würde ich mich vehement dafür einsetzen, dass Speyer wieder ein Gesundheitsamt bekommt. zg

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