Speyer

Schnelltest-Möglichkeit Stadt und Arbeiter-Samariter-Bund etablieren neues kostenloses Angebot für jedermann

Nur für Menschen ohne Symptome

Speyer.Gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) etabliert die Stadt Speyer ein dauerhaftes und nichtanlassbezogenes Schnelltest-angebot für asymptomatische Privatpersonen sowie für bestimmte, definierte Personengruppen in den Räumlichkeiten der Jugendförderung in der Seekatzstraße 5.

„Die intensiv genutzten Schnelltestangebote der Stadt und des ASB an den Weihnachtsfeiertagen und zwischen den Jahren haben gezeigt, dass ein großer Bedarf an einem solchen Angebot besteht. Die Möglichkeit, präventiv und ohne Symptome oder konkreten Anlass den Schnelltest durchführen zu lassen und sich so ein Stückchen Sicherheit zu verschaffen, ist in meinen Augen ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept der Pandemiebekämpfung. Das ist zum Beispiel vor einem Besuch bei älteren Angehörigen oder Risikopatienten sinnvoll“, sagt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.

Das Schnelltestangebot startete am Dienstag, 5. Januar. Zwischen 17 und 19 Uhr konnten sich Mitarbeiter von Kindertagesstätten in städtischer und freier Trägerschaft im Erdgeschoss der Jugendförderung testen lassen. Ab Donnerstag, 7. Januar, folgt immer donnerstags ein Testangebot für Mitarbeitende der Stadtverwaltung, der Stadtwerke und der Wohnungsgesellschaft Gewo. Das erste offene Angebot, das alle Speyerer wahrnehmen können, gibt es am Samstag, 9. Januar, und ab dann jeden Samstag zwischen 11 und 15 Uhr sowie ab dem 19. Januar zusätzlich jeden Dienstag zwischen 17 und 19 Uhr.

Ausweis oder Besuchsschein

Ein Nachweis darüber, dass die zu testende Person in Speyer wohnhaft ist, ist erforderlich (Personalausweis). Personen, die zwar nicht in Speyer wohnhaft sind, aber einen Angehörigen in einer stationären Pflegeeinrichtung in Speyer besuchen möchten, benötigen eine Bescheinigung der Pflegeeinrichtung, einen Besuchsschein. Darüber hinaus gibt es am Dienstag, 12. Januar, von 17 bis 19 Uhr ein Testangebot für Lehrer vor einer möglichen Rückkehr in den Präsenzunterricht.

Am Montag hat das Land Rheinland-Pfalz dem Kita- und Lehrpersonal bis 18. Januar einen einmaligen, anlasslosen und kostenlosen Schnelltest in den Landestestzentren zugesagt. Dieses betreibt in Speyer das Vincentius-Krankenhaus in der Halle 101. „Das Testzentrum leistet hervorragende Arbeit, ist aber mit den rund 100 täglich durchgeführten PCR-Tests weitgehend ausgelastet. Deshalb kann sich der berechtigte Personenkreis stattdessen in der Jugendförderung testen lassen“, erklärt die Stadtchefin.

Besonders wichtig dabei ist, dass sich das Schnelltestangebot ausdrücklich nicht an symptomatische Personen und Personen der Kontaktkategorie I richtet, sondern an solche, die nicht von der Nationalen Teststrategie des Bundes erfasst werden. Die Schnelltests sind im Vergleich zum PCR-Test weniger sensitiv und damit zur alleinigen sicheren Klärung von vermuteten oder eingetretenen Infektionen nicht ausreichend. Allen symptomatischen und Kontaktkategorie-I-Personen ist daher dringend ein PCR-Test im Testzentrum oder beim Hausarzt empfohlen.

Beim zusätzlichen Testangebot in der Jugendförderung werden PoC-Antigentest verwendet, die nach 15 Minuten ein Ergebnis anzeigen. Durchgeführt werden sie ausschließlich von medizinischem Fachpersonal des ASB. „Die Medizinprodukte-Verordnung sieht bei sogenannten In-Vitro-Diagnostika, welche Krankheitserreger direkt oder indirekt nachweisen können, vor, dass diese ausschließlich an medizinisches Fachpersonal abgegeben werden dürfen, da medizinische Vorkenntnisse für eine korrekte Durchführung und für ein aussagekräftiges Testergebnis erforderlich sind. Ich möchte die Speyerer Bürger daher dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, keine PoC-Antigentests im Internet zu bestellen oder irgendwo selbst zu kaufen. Sie werden damit kein aussagekräftiges Ergebnis erhalten und verschwenden nur Geld“, unterstreicht OB Seiler.

Die Tests werden für die Bürger kostenfrei angeboten – alle Kosten trägt die Stadt. Vor Ort wird eine Spendenbox aufgestellt, deren Inhalt der Arbeit des ASB zugutekommt.

„Ich bin sehr froh, dass wir erneut mit der Stadt zusammenarbeiten und so ein gutes gemeinsames Schnelltestangebot auf die Beine stellen konnten, das – und das dürfte überregional Vorbildcharakter haben – niederschwellig und kostenfrei einen zusätzlichen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus leistet“, betont Andreas Wiedemann, Fachbereichsleiter des ASB Speyer.

Aktuell findet für dieses Schnelltestangebot in der Jugendförderung keine Terminvergabe statt und es muss vor Ort mit Wartezeiten gerechnet werden. Die Stadt arbeitet aber aktuell an einem Online-Tool zur Terminvereinbarung, das voraussichtlich bis Ende der Woche installiert werden kann. Sobald es einsatzbereit ist, wird die Stadtverwaltung entsprechend informieren.

Bei einem positiven Schnelltestergebnis ist bei der betroffenen Person unbedingt noch ein PCR-Test erforderlich und der Betroffene muss sich unverzüglich in Quarantäne begeben. Es wird ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass ein negatives Ergebnis nicht davon befreit, sich an die bekannten AHA-Regeln zu halten. Diese gelten weiterhin und sind unabdingbar, wenn es darum geht, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. zg

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