Speyer

Amtsgericht Richterin bezeichnet Erklärungen als absurd / Folgt bald ein neuer Prozess?

Pflegeeltern gehen gegen Urteil vor

Mannheim.Im Fall der wegen Misshandlung und Körperverletzung verurteilten Pflegeeltern, haben die Verteidiger Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Die Staatsanwaltschaft verzichtete, gegen die Entscheidung vorzugehen. Am vergangenen Donnerstag waren ein 44-jähriger Mann und seine gleichaltrige Ehefrau zu drei Jahren sowie zu drei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden.

Die Kammer hatte es als erwiesen angesehen, dass die beiden einen dreijährigen Jungen, der vom Jugendamt bei der Familie untergebracht war, gequält und verletzt hatten. Das Ehepaar hatte in der unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgenommenen Beweisaufnahme die Vorwürfe bestritten und erklärt, der Junge habe sich die Verletzungen selbst zugefügt. Das berichtete die Vorsitzende in der Urteilsbegründung. Es seien zum Teil „absurde Erklärungen“ abgeliefert worden, betonte die Richterin. Sowohl der Verteidiger des Mannes als auch der Anwalt der angeklagten Frau hatten im Prozess Freispruch gefordert.

Welches Rechtsmittel der Vertreter der 44-jährigen Frau nutzen möchte, steht noch nicht fest. Der Verteidiger des Pflegevaters hat nach Angaben des Amtsgerichts Berufung eingelegt. Das heißt, an einem übergeordneten Gericht, in dem Fall am Mannheimer Landgericht, könnte der Fall aufgerollt und komplett neu verhandelt werden.

Darüber entscheidet nun das Landgericht. Solange ist das bisherige Urteil nicht rechtskräftig und die Pflegeeltern bleiben auf freiem Fuß. abo

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