Speyer

Kirche Poster weisen in Speyer auf Taten in 1960er-Jahren hin

Plakate thematisierenMissbrauch

Archivartikel

Speyer.Die großformatigen Poster klagen den hundertfachen Missbrauch in Speyerer Kinderheimen an: „Die beiden Kinderheime waren das Rotlichtmilieu der Stadt“, steht auf den Plakaten zu lesen, die an Heiligabend an 15 Stellen im Stadtgebiet Speyer aufgehängt wurden und auch am gestrigen Sonntag noch hingen – eines direkt am großen Holztor des Historischen Rathauses auf der Maximilianstraße zwischen Dom und Altpörtel.

Der Verantwortliche hat sich bisher nicht bekannt, verwendet aber Zitate aus den Vorwürfen, die Konrad O. (Name von der Redaktion geändert) gegenüber den Niederbronner Schwestern und dem Bistum Speyer öffentlich gemacht hat. Der in Südhessen lebende Mann hatte nach Ermessen des Darmstadter Sozialgerichts, das ihm in diesem Jahr eine Entschädigung zusprach, jahrelang unter sexuellem Missbrauch zu leiden. Haupttäter war mit Rudolf Motzenbäcker ein hochrangiger Geistlicher des Bistums. Er war Generalvikar und Offizial unter Bischof Kardinal Friedrich Wetter, der nach seiner Station in Speyer als Erzbischof nach München-Freising ging. Der Tatzeitraum lag demnach zwischen 1963 und 1972. Nonnen sollen die Kinder für den Missbrauch angeboten haben. sal

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